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Millionenschwere Professuren locken Spitzenforscher

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Thomas Tuschl ist einer der vier Biowissenschaftler, die mit der Humboldt-Professur nach Deutschland zurückgeholt werden. Quelle: HHMI

17.10.2008  - 

Eine Forscherin und acht Forscher sind für die erstmals vergebenen Alexander-von-Humboldt-Professuren ausgewählt worden. Darunter sind vier Biowissenschaftler. Der von nun jährlich vergebene Preis ist mit bis zu fünf Millionen Euro dotiert und soll den Preisträgern ermöglichen, fünf Jahre lang Forschung an deutschen Hochschulen durchzuführen. Mit der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Auszeichnung werden weltweit führende und im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen geehrt.

Die jetzt ausgezeichneten Forscher sollen ihre Arbeit im kommenden Jahr beginnen und treten nun in die abschließenden Verhandlungen mit den nominierenden Universitäten in Deutschland ein. Die Preisverleihung findet im Mai 2009 in Berlin statt. "Ich freue mich sehr, dass wir hervorragende Kandidaten für den Preis benennen können. Die Alexander von Humboldt-Professur ist ein starkes Argument für Spitzenforscher aus aller Welt, nach Deutschland zu kommen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am 15. Oktober in Berlin. "Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag, um Forschung und Hochschulen in Deutschland dauerhaft in der internationalen Spitzenliga zu halten", so Schavan.

"Spitzenforschung ist heute Teamarbeit. Und doch sind es oft die einzelnen herausragenden Forscherpersönlichkeiten, ihre Ideen, ihre Kreativität und Energie, die den Unterschied machen. Mit der Alexander von Humboldt-Professur holen wir sie nach Deutschland, damit sich um sie herum starke Teams und dauerhafte Strukturen bilden. Damit tragen wir das Harnack-Prinzip in die Universitäten", so Professor Helmut Schwarz, der Präsident der Humboldt-Stiftung.

Den Hochschulen eröffnet der Preis die Chance, internationalen Spitzenkräften konkurrenzfähige Rahmenbedingungen und eine langfristige Perspektive für die Arbeit in Deutschland zu bieten sowie ihr Profil zu schärfen. Wie trägt der Preisträger dazu bei, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule in seinem Fachgebiet zu stärken oder zu halten? Wie wird eine langfristige Perspektive sichergestellt? Diese Fragen muss die vorschlagende Hochschule in einem strategischen Gesamtkonzept beantworten, das neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualifikation der Kandidaten das entscheidende Kriterium für die Auswahl der Preisträger ist.

Das sind die vier biowissenschaftlicher Preisträger:

An guten Ideen mangelt es Deutschland nicht, wie der kurze Film anhand von Thomas Tuschl zeigt. Der deutsche Forscher hat die Anwendung der RNA-Interferenz für menschliche Zellen entdeckt.Quelle: Fraunhofer IAIS im Auftrag des BMBF

Thomas Tuschl, 42, Zellbiologe, zurzeit an der Rockefeller University, New York, USA. Er soll an der Freien Universität Berlin forschen. Thomas Tuschl zählt zur Weltspitze der biochemischen Forschung. Seine bahnbrechende Arbeit zur RNA-Interferenz hat die Möglichkeit geschaffen, einzelne krankmachende Gene quasi abzuschalten und hierauf basierend völlig neue Therapien zur Behandlung von Krankheiten zu entwickeln. Tuschl soll nicht nur den Forschungsbereich an der FU Berlin nach vorne bringen, sondern auch die Region Berlin mit ihren Biotechnik-Firmen als internationalen Standort stärken. 

Burkhard Rost, 46, Bioinformatiker, zurzeit an der Columbia University, New York, USA. Er soll künftig an der Technischen Universität München forschen. Burkhard Rost hat die Entstehung der Bioinformatik als heute unverzichtbarer Disziplin maßgeblich mitgestaltet. Er soll seinem Fach in Deutschland neue Impulse und Schubkraft verleihen sowie eine Brücke schlagen zwischen den Biowissenschaften.

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Ulrike Gaul, 47, Molekularbiologin, zurzeit an der Rockefeller University, New York, USA. Sie soll künftig an der Ludwig Maximilian Universität München forschen. Ulrike Gaul ist eine der weltweit führenden und innovativsten Expertinnen für Systembiologie, einem in Deutschland bislang wenig etablierten Forschungsgebiet, das einzelne Gene oder Proteine nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang ihrer Wirkung im Körper erforscht. Gaul soll am Genzentrum München die Forschung zur Systembiologie auf internationales Topniveau bringen und durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen vernetzen.

Tamas L. Horvath, 41, Neurobiologe, zurzeit an der Yale University, New Haven, USA. Er soll künftig am Institut für Genetik der Universität zu Köln forschen. Tamas Horvath ist ein weltweit angesehener Experte auf dem Gebiet der Neuroendokrinologie und der Metabolismusforschung. Mit seinen Arbeiten soll er dazu beitragen, den Standort Köln zum international führenden Zentrum zur Erforschung der Biologie des Alterns und altersbedingter Krankheiten auszubauen. Hierzu ist die Zusammenarbeit mit dem neu in Köln angesiedelten Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns sowie mit dem für das im Aufbau befindlichen Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen der Helmholtz-Gemeinschaft vorgesehen.

 

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