Förderbeispiel
Mit Insulin gegen Diabetes impfen
Der Typ-1-Diabetes, auch als „jugendlicher“ oder „insulinabhängiger“ Diabetes bezeichnet, ist eine Krankheit, die schon im frühesten Kindesalter auftreten kann. Das körpereigene Immunsystem greift die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Kinder mit Typ-1-Diabetes müssen sich mehrmals täglich Insulin zuführen um gesund zu bleiben. Mediziner vermuten nun, dass Kinder, die besonders gefährdet sind, an Diabetes zu erkranken, mit einer vorbeugenden Einnahme von Insulin vielleicht immunisiert werden können. In der weltweiten PRE-POINT-Studie wird dieser Verdacht jetzt überprüft. Koordiniert wird das globale Unterfangen vom Zentrum für Regenerative Therapien der Technischen Universität Dresden (CRTD).
Mit dem Sammelbegriff Diabetes mellitus werden alle Stoffwechselkrankheiten bezeichnet, die zu erhöhten Bltuzuckerwerten führen. Diese überhöhten Werte können auf verschiedene Weise entstehen. Der Typ-1-Diabetes ist gegenüber dem Typ 2 eine recht seltene Form der Erkrankung. Von allen Diabetikern ist etwa jeder zwanzigste ein Typ-1-Diabetiker. Dieser Diabetes-Typ heißt deshalb auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Meistens beginnt die Erkrankung schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch im fortgeschrittenen Alter kann sich ein Typ-1-Diabetes entwickeln.
Mehrmals täglich Insulin einnehmen
Es ist eine so genannte Autoimmunerkrankung, das heißt, das körpereigene Immunsystem greift die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Dieser Mangel an Insulin wird mit der Einnahme von Insulin ausgeglichen. Kinder mit Typ-1-Diabetes müssen sich mehrmals täglich Insulin zuführen um gesund zu bleiben.
| PRE-POINT-Studie |
Auf der Webseite der Studie gibt es Informationen über den Studienansatz und die Teilnahme. zur Webseite: hier klicken |
Die Ursachen von Typ-1-Diabetes sind unbekannt, allerdings gelten unter anderem bestimmte Variationen im Erbgut als Risikofaktor. Das allgemeine Erkrankungsrisiko liegt etwa bei 0,03%. Das bedeutet, dass drei von 1000 Kindern einen Typ-1-Diabetes bekommen werden. Bei Kindern mit einem an Typ-1-Diabetes erkrankten Verwandten (Vater, Mutter oder Geschwister) liegt das durchschnittliche Risiko an Diabetes zu erkranken bei etwa 5% (50 von 1000 Kindern). Kinder aus Familien, in denen bereits mehrere Personen (Vater, Mutter oder Geschwister) an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, haben ein Risiko von etwa 30% (300 von 1000 Kindern). Wenn ein Kind neben einem erkrankten Geschwisterkind oder mehreren erkrankten Verwandten selbst noch so genannte Diabetes-Risikogene hat, besteht ein sehr hohes Diabetesrisiko von etwa 50% (500 von 1000 Kindern). Ob ein Kind ein erhöhtes Diabetes-Risiko hat, lässt sich auch im Blut nachweisen, bevor die Erkrankung überhaupt ausgebrochen ist. Das Vorkommen von so genannten Diabetes-Autoantikörpern verrät den Medizinern, dass es demnächst zu einer Erkrankung kommen könnte.
Schutzimpfung für das Immunsystem
Eine internationale Studie soll nun klären, ob die Krankheit nicht nur zu erkennen, sondern vielleicht auch zu verhindern ist. Denn einige Untersuchungen amerikanischer Forscher weisen darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme geringer Mengen an Insulin das Immunsystem an der Bildung zerstörerischer Autoantikörper und damit die Zerstörung der Insulinzellen hindern kann. Das Insulin dient in diesem Fall also nicht dazu, den Blutzucker zu senken, sondern soll wie eine Schutzimpfung das Immunsystem beeinflussen.
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Das Ziel der Pre-POINT-Studie ist, die am besten geeignete Dosis des Insulins zu bestimmen. Im Laufe von bis zu 18 Monaten werden Kinder, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, täglich Insulin als Pulver zu sich nehmen. Rekrutiert werden Teilnehmer in Österreich, Italien, Großbritannien, Kanada, den USA und Deutschland. In Deutschland, genauer gesagt am Zentrum für Regenerative Therapien in Dresden, wird die Studie auch global koordiniert. In Deutschland wird die Pre-POINT-Studie von der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München unter Leitung von Anette-Gabriele Ziegler verwirklicht. Ziegler ist Sprecherin des Kompetenznetzes Diabetes mellitus und im Vorstand der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (hier unser Forscherprofil).
Die Studie wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) in den USA gefördert. Nach Abschluss der Pre-POINT-Studie wird die POINT-Studie folgen. Sie wird über einen längeren Zeitraum den schützenden Einfluss einer Insulinimpfung auf die Entstehung von Diabetes untersuchen und ob der Diabetes durch die Behandlung längerfristig verhindert werden kann. Die Teilnehmer der Pre-POINT-Studie können auf Wunsch auch an dieser Nachfolgestudie teilnehmen. Interessierte könnnen sich auf der Website der PRE-POINT-Studie über eine Teilnahme informieren (mehr...).
