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Cluster und Netze

GenoMik-Kompetenznetzwerke/ Genomik-Plus

01.10.2008
Der Tuberkulose-Erreger (grün), Mycobakterium tuberculosis, ist hier mit Fresszellen (rosa) zu sehen und eines der Forschungsobjekte im GenoMik-Programm.
Quelle: MPI für Infektionsbiologie/ Volker Brinkmann

Bakterien leben weltweit an fast allen Standorten. Sie zeichnen sich durch eine außerordentliche Anpassungsfähigkeit aus. Dies beruht auf einer großen genetischen Vielfalt und Flexibilität im Stoffwechsel. Um sich die Eigenschaften dieser Mikroorganismen in der Medizin, der Landwirtschaft und der Industrie zunutze zu  nachen, analysieren Genomforscher an drei Kompetenzzentren in Deutschland das Erbgut dieser Lebewesen. Mit diesen Erkenntnissen sollen dann gezielt neue Diagnose- oder Therapieverfahren entstehen sowie Anbaumethoden in der Landwirtschaft oder industrielle Produktionsprozesse verbessert werden. 

Im Jahr 2001 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme "Genomforschung an Mikroorganismen - GenoMik" gestartet, deren zweite Phase noch bis Mitte 2006 lief. Sie hatte zum Ziel, das Potenzial der Bakterien zu erschließen und für Anwendungen in der Landwirtschaft, im Umweltschutz, in der Medizin, in der Biotechnologie und der chemischen Industrie nutzbar zu machen.

GenoMik bündelt die in Deutschland vorhandene Expertise auf dem Gebiet der Genomforschung an Bakterien in drei Kompentenzzentren in Bielefeld, Göttingen und Würzburg. Von den dortigen Universitäten aus werden jeweils rund 20 Kooperationspartner aus Wissenschaft und Forschung koordiniert.

Die Universität Bielefeld führt das Kompetenznetzwerk "Genomforschung an Bakterien mit Bedeutung für die Landwirtschaft, den Umweltschutz und die Biotechnologie". (AgriUmweltGenoMik und MetabolitGenoMik)

Mehr Informationen hierzu gibt es hier

Unter der Leitung der Universität Göttingen steht das Netzwerk "Genomforschung an Bakterien zur Analyse der Biodiversität und ihrer Nutzung zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren" (BiotechGenoMik).

Mehr Informationen hierzu gibt es hier

Die Universität Würzburg schließlich koordiniert das Netzwerk "Genomforschung an pathogenen Bakterien" (PathoGenoMik).

Mehr Informationen gibt es hier

Die im Rahmen der GenoMik-Förderung aufgebauten Kompetenzkerne der Genomforschung an Mikroorganismen sollen nun erhalten, in ihren Forschungszielen jedoch fokussiert und für weitere Partner geöffnet werden. Dafür ist die Förderinitiative "GenoMik-Plus" ins Leben gerufen worden, die von 2006 bis 2009 dauern wird und ein Budget von rund 20 Millionen Euro zur Verfügung hat. Dabei sollen insbesondere solche Forschungsprojekte berücksichtigt und fortgesetzt werden, die kommerziell interessante Ergebnisse aus der GenoMik-Forschung für den Markt weiterentwickeln wollen.

Um die wirtschaftlichen Interessen in der mikrobiellen Genomforschung gezielt zu vertreten, haben sich nun eine Reihe von Unternehmen zusammengeschlossen, die bereits an diversen GenoMik-Forschungsnetzen beteiligt waren. In diesem Industrieverbund ist die ganze Wertschöpfungskette von Biotechfirmen (BRAIN, Biopract) und  Chemie-und Pharmafirmen (Degussa, Bayer, Schering) bis zu Herstellern von Lebensmitteln (Milupa) und Verbraucherprodukten (Henkel) vertreten. Auf diese Weise soll ein industrielle Plattform entstehen, die sowohl für interessierte Unternehmen als auch für Forschungseinrichtungen und Politik ein Ansprechparter für die mikrobielle Genomforschung sein soll. Langfristig ist dabei eine Eintragung als Verein ist geplant. „Wir wollen die wirtschaftliche Seite dieser Forschungsrichtung gebündelt vertreten und damit die kommerzielle Umsetzung von Ergebnissen aus den GenoMik-Programmen begleiten und vorantreiben“, sagt Karl-Heinz Maurer, Leiter der Abteilung Enzymtechnologie bei Henkel.
Neben der industriellen Plattform sollen die in den Netzwerken arbeitenden Forschungsgruppen aber auch ihr gegenseitiges Know how verstärkt nutzen. So haben sich im Laufe der vergangenen Jahre an den Universitäten Göttingen, Bielefeld und Greifswald Schwerpunkte in der DNA-Sequenzanalyse (Göttingen), Bioinformatik (Bielefeld) und Proteomik (Greifswald) entwickelt. Diese sind nun in der Technologieplattform Mikrobielle Genomforschung (TPMG) zusammengefasst und sollen von den einzelnen Projekten als Dienstleister bevorzugt angefragt werden.

Mehr Information zur strategischen Ausrichtung von GenoMikPlus gibt es hier

 

GenoMik

GenoMik-Förderung durch das BMBF

Innerhalb des GenoMik-Förderprogramms des BMBF sind drei Kompetenzzentren entstanden, die nun im Rahmen von GenoMikPlus weitergeführt werden.

In Göttingen hat sich das Netzwerk "BiotechGenoMik" etabliert.

In Würzburg wird das Netzwerk "PathoGenoMik" koordiniert.

In Bielefeld haben sich die Netzwerke "AgriUmweltGenoMik" und "MetabolitGenoMik" installiert.


Weiterführende Informationen
Downloads

GenoMik - Genomforschung an Mikroorganismen

Förderprogramm des BMBF zur Entschlüsselung und Nutzung von Bakterien-Genen Download PDF (1,3 MB)

GenomXpress Sonderheft: Highlights aus der Genomforschung an Mikroorganismen

GenoMik 2001-2005 Download PDF (931,1 KB)

Strategiepapier zur Weiterentwicklung des Förderschwerpunkts GenoMik

Download PDF (105,7 KB)


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