Cluster und Netze
GenoMik-Kompetenznetzwerke/ Genomik-Plus
Bakterien leben weltweit an fast allen Standorten. Sie zeichnen sich durch eine außerordentliche Anpassungsfähigkeit aus. Dies beruht auf einer großen genetischen Vielfalt und Flexibilität im Stoffwechsel. Um sich die Eigenschaften dieser Mikroorganismen in der Medizin, der Landwirtschaft und der Industrie zunutze zu nachen, analysieren Genomforscher an drei Kompetenzzentren in Deutschland das Erbgut dieser Lebewesen. Mit diesen Erkenntnissen sollen dann gezielt neue Diagnose- oder Therapieverfahren entstehen sowie Anbaumethoden in der Landwirtschaft oder industrielle Produktionsprozesse verbessert werden.
Im Jahr 2001 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme "Genomforschung an Mikroorganismen - GenoMik" gestartet, deren zweite Phase noch bis Mitte 2006 lief. Sie hatte zum Ziel, das Potenzial der Bakterien zu erschließen und für Anwendungen in der Landwirtschaft, im Umweltschutz, in der Medizin, in der Biotechnologie und der chemischen Industrie nutzbar zu machen.
GenoMik bündelt die in Deutschland vorhandene Expertise auf dem Gebiet der Genomforschung an Bakterien in drei Kompentenzzentren in Bielefeld, Göttingen und Würzburg. Von den dortigen Universitäten aus werden jeweils rund 20 Kooperationspartner aus Wissenschaft und Forschung koordiniert.
Die Universität Bielefeld führt das Kompetenznetzwerk "Genomforschung an Bakterien mit Bedeutung für die Landwirtschaft, den Umweltschutz und die Biotechnologie". (AgriUmweltGenoMik und MetabolitGenoMik)
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Unter der Leitung der Universität Göttingen steht das Netzwerk "Genomforschung an Bakterien zur Analyse der Biodiversität und ihrer Nutzung zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren" (BiotechGenoMik).
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Die Universität Würzburg schließlich koordiniert das Netzwerk "Genomforschung an pathogenen Bakterien" (PathoGenoMik).
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Die im Rahmen der GenoMik-Förderung aufgebauten Kompetenzkerne der Genomforschung an Mikroorganismen sollen nun erhalten, in ihren Forschungszielen jedoch fokussiert und für weitere Partner geöffnet werden. Dafür ist die Förderinitiative "GenoMik-Plus" ins Leben gerufen worden, die von 2006 bis 2009 dauern wird und ein Budget von rund 20 Millionen Euro zur Verfügung hat. Dabei sollen insbesondere solche Forschungsprojekte berücksichtigt und fortgesetzt werden, die kommerziell interessante Ergebnisse aus der GenoMik-Forschung für den Markt weiterentwickeln wollen.
Um die wirtschaftlichen Interessen in der mikrobiellen Genomforschung gezielt zu vertreten, haben sich nun eine Reihe von Unternehmen zusammengeschlossen, die bereits an diversen GenoMik-Forschungsnetzen beteiligt waren. In diesem Industrieverbund ist die ganze Wertschöpfungskette von Biotechfirmen (BRAIN, Biopract) und Chemie-und Pharmafirmen (Degussa, Bayer, Schering) bis zu Herstellern von Lebensmitteln (Milupa) und Verbraucherprodukten (Henkel) vertreten. Auf diese Weise soll ein industrielle Plattform entstehen, die sowohl für interessierte Unternehmen als auch für Forschungseinrichtungen und Politik ein Ansprechparter für die mikrobielle Genomforschung sein soll. Langfristig ist dabei eine Eintragung als Verein ist geplant. „Wir wollen die wirtschaftliche Seite dieser Forschungsrichtung gebündelt vertreten und damit die kommerzielle Umsetzung von Ergebnissen aus den GenoMik-Programmen begleiten und vorantreiben“, sagt Karl-Heinz Maurer, Leiter der Abteilung Enzymtechnologie bei Henkel.
Neben der industriellen Plattform sollen die in den Netzwerken arbeitenden Forschungsgruppen aber auch ihr gegenseitiges Know how verstärkt nutzen. So haben sich im Laufe der vergangenen Jahre an den Universitäten Göttingen, Bielefeld und Greifswald Schwerpunkte in der DNA-Sequenzanalyse (Göttingen), Bioinformatik (Bielefeld) und Proteomik (Greifswald) entwickelt. Diese sind nun in der Technologieplattform Mikrobielle Genomforschung (TPMG) zusammengefasst und sollen von den einzelnen Projekten als Dienstleister bevorzugt angefragt werden.
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