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Förderbeispiel

Kampf gegen Therapieresistenzen bei HIV und Krebs

15.05.2008
HIV-Partikel unter dem Elektronenmikroskop.
Quelle: R. Dourmashkin, Wellcome Images

Mehrfachresistenzen sind für viele Aids-Patienten ein Problem: Wenn selbst ein Cocktail verschiedenster Medikamente die HI-Viren nicht mehr in Schach halten können, dann verschlechtert sich der Krankheitsverlauf dramatisch. Forscher und Kliniker aus Hamburg und Lübeck wollen nun den Kampf gegen solche Mehrfachresistenzen aufnehmen. Auf der Basis neu entdeckter Enzyme sollen dabei neuartige HIV- und Krebstherapien entwickelt werden, dafür erhalten die Wissenschaftler in den kommenden drei Jahren rund zwei Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Einer der Koordinatoren des Konsortiums ist Aids-Experte Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut, der im letzten Jahr zu den Gewinnern des GO-Bio-Wettbewerbs des BMBFs zählte (mehr...).

Das Verbundvorhaben „Combating Drug Resistance“ ist eine Kooperation zwischen eine Reihe von Partnern: nicht nur das Heinrich-Pette-Institut, auch die Universitäten Hamburg und Lübeck sowie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sind im Konsortium vertreten. Den Ausgangspunkt bilden bereits veröffentlichte Studien, in denen die Forscher vielversprechende Zielstrukturen in infizierten bzw. entarteten Zellen beschrieben hatten. Es sind die beiden zellulären  Enzyme DHS (Deoxyhypusin-Synthase) und DOHH (Deoxyhypusin-Hydroxylase). Beide Enzyme aktivieren außerdem das zelluläre Eiweiß eIF-5A, die dritte entdeckte Zielstruktur. So haben die HPI-Forscher um Hauber niedermolekulare Hemmstoffe entdeckt, die das Enzym DHS beeinflussen und dadurch sogar mehrfachresistente HI-Viren bei Aids-Patienten geblockt.

Joachim Hauber ist Professor am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg und forscht schon seit 20 Jahren an HI-Viren.Lightbox-Link
Mit seinem Projekt "Molekularen Schere gegen HIV" gehörte Joachim Hauber 2007 zu den Gewinnern des GO-Bio-Wettbewerbs des BMBF.

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Neues Angriffsziel bei Leukämien

Die Kollegen aus dem Universitätsklinikum Eppendorf wiederum haben das Eiweiß eIF-5A als vielversprechendes Angriffsziel bei der Behandlung von Therapien ausgemacht. "In den nächsten drei Jahren wollen wir die Inhibitoren weiterenwickeln. Ihre Wirkung soll optimiert und ihre Nebenwirkungen auf Zellen und Organe so weit wie möglich reduziert werden", erläutert Hauber die Marschroure des Konsortiums, das dafür seit April 2008 unter dem Dach der BMBF-Initiative "Innovative Therapieverfahren auf molekularer und zellulärer Basis" gefördert wird.

Die Arbeitsverteilung innerhalb des Verbundvorhabens sieht dabei wie folgt aus: Hauber und seine HPI-Kollegen wollen untersuchen, wie die neuen Inhibitoren auf die zellulären Ziele eIF-5A, DOHH und DHS wirken und wie effektiv die HIV-Vermehrung blockiert wird. 
Der Kliniker Jan van Lunzen vom UKE wird parallel dazu Hemmstoffe an Proben von HIV-Patienten testen, seine Kollegen Tim Brümmendorf und Stefan Balabanov haben hingegen das therapeutische Potenzial des Eiweißes eIF-5A bei Leukämiepatienten im Visier.

Die Herstellung der Inhibitoren erfolgt wiederum durch Forscher um Chris Meier am Institut für Organische Chemie der Universität Hamburg, während Rolf Hilgenfeld vom Institut für Biochemie der Universität Lübeck die Struktur von DOHH- und DHS-Inhibitorkomplexen
analysieren wird. Matthias Rarey und Andrea Zaliani vom Zentrum für Bioinformatik der Universität Hamburg werden die erhobenen Daten zum Design neuer Inhibitoren nutzen.

Mehr Informationen gibt es beim Heinrich-Pette-Institut

 

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