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Förderbeispiel

Human Frontier Science Program: Biowissenschaften jenseits der Grenzen

11.07.2008
Human Frontier Science Program - Biowissenschaften ohne Grenzen.

Für Forscher ist der Austausch mit anderen Kollegen täglich Brot. Das Human Frontier Science Program (HFSP) zählt für Biowissenschaftler zu den renommiertesten Adressen, um sich für einen solchen Austausch finanzielle Hilfe zu holen. Insgesamt rund 5000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt, darunter etwa 600 Deutsche, haben bislang davon profitiert. Bei der aktuellen Jahrestagung des HFSP, die vom 6.-9. Juli erstmals in Deutschland stattfand, kamen rund 300 Teilnehmer. HFSP-Generalsekretär, Nobelpreisträger Torsten Wiesel, nutzte die Veranstaltung, um seinen Nachfolger vorzustellen: Ernst-Ludwig Winnacker, langjähriger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und aktueller Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates.

Wissenschaft lebt vom Austausch und der Diskussion – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Ein Aufenthalt im Ausland ist für viele Forscher deshalb nahezu ebenso Pflicht wie grenzüberschreitende Kooperationen. Um der deutschen Wissenschaft einen solchen Austausch zu ermöglichen, beteiligt sich Deutschland am Human Frontier Science Program (HFSP). Auf Initiative Japans beim Weltwirtschaftsgipfel 1987 in Venedig wurde dieses auf die Biowissenschaften fokussierte Programm einst auf die Beine gestellt, 1989 erhielten die ersten Forscher Stipendien und Forschungsgelder für internationale Projekte. „Grenzüberschreitende Kooperationen sind heute wichtiger denn je. Aus diesem Grund setzt sich das HFSP ausdrücklich dafür ein“, erklärt HFSP-Generalsekretär Torsten Wiesel das wichtigste Ziel des Programms.

HFSP-Generalsekretär Torsten Wiesel bei der Jahrestagung in Berlin.Lightbox-LinkHFSP-Generalsekretär Torsten Wiesel bei der Jahrestagung in Berlin.Quelle: biotechnologie.de

Auf der Jahrestagung vom 6. bis 9. Juli in Berlin nutzte er die Gelegenheit, um seinen Nachfolger vorzustellen: Ernst-Ludwig Winnacker, langjähriger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und derzeit Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates. Ab 2009 wird der renommierte deutsche Wissenschaftsmanager den Posten des HFSP-Generalsekretärs übernehmen. „Wir müssen Begriffe wie Internationalität und Interdisziplinarität nicht nur als Schlagworte gebrauchen, sondern tatsächlich ernst nehmen. Diese einzigartige und wegweisende Strategie des HFSP möchte ich auch künftig fortsetzen“, so Winnacker zu seiner neuen Aufgabe.

Fördermöglichkeiten

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Mehr Informationen

Deutschland bislang 30 Millionen Euro beigesteuert

Seit der Gründung im Jahr 1989 haben rund 5000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 60 Ländern am HFSP teilgenommen. Gefördert werden Projekte der Grundlagenforschung zur Aufklärung komplexer Mechanismen lebender Organismen. Die Finanzierung wird von Japan, den USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, Frankreich, der Europäischen Union, Schweiz, Australien, Neuseeland, Indien, Republik Korea und seit neuestem auch Norwegen gemeinsam getragen. Von 1989 bis einschließlich 2008 wurden rund 550 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Deutschland hat über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rund 30 Millionen Euro beigesteuert und davon bislang überdurchschnittlich profitiert: Rund 600 Deutsche wurden seit der Gründung des HFSP gefördert.

Postdoc im Toplabor

Gerhard Schatt: Indirekt hat der Biochemiker dem HFSP sein heutiges Forschungsthema zu verdanken. In Harvard stieß er per Zufall darauf.

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Robert Schneider:
Der Epigenetiker hat sich erst jüngst als einer von wenigen Deutschen beim ERC gegen tausende Mitbewerber durchsetzen können. Das HFSP hatte ihm einst den Weg nach Cambridge geebnet.

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Norbert Kraut:
In den USA entdeckte der Biologe seinen Hang zur Forschung, das HFSP ermöglichte ihm die Arbeit in einem Toplabor. Inzwischen ist Kraut bei Boehringer Ingelheim für die Krebsforschung zuständig.

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Mit HFSP in ein internationales Toplabor

Attraktiv ist das HFSP vor allem bei Nachwuchsforschern, die einen Auslandsaufenthalt in einer der besten Forschungseinrichtungen der Welt ergattern wollen. Davon hat auch Biochemiker Gerhard Schratt profitiert, der jüngst mit dem Analytica Forschungspreis ausgezeichnet wurde. Sein HFSP-Stipendium hat dem Deutschen im Jahr 2002 einen Postdoc an der Harvard Medical School in Boston  beschert: „Ohne das HFSP hätte ich das nicht durchziehen können“, sagt er heute. Schratt war zudem einer der ersten Stipendiaten, denen der Career Development Award (eingeführt im Jahr 2003) die Rückkehr ins Heimatland attraktiver machte. Für Schratt, der derzeit als Juniorgruppenleiter an der Universität Heidelberg arbeitet, kommt dieses zusätzliche Geld gerade recht: „Damit kann ich mir auch teurere Experimente leisten, die mir ganz neue Perspektiven eröffnen.“ (mehr...)

Internationale Kooperationen

Paola Fucini: Die Italienerin ist inzwischen 15 Jahre in Deuschland, das HFSP ermöglicht ihr Kooperationen, für die die Strukturbiologin zuvor zwar Ideen, aber kein Budget hatte.

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Langersehnte Kooperation durch HFSP ermöglicht

Für andere wiederum ermöglicht das HFSP lange ersehnte Forschungskooperationen mit Wissenschaftlern aus anderen Disziplinen und Ländern. So war es jedenfalls bei der Italienerin Paola Fucini, Assistenzprofessorin an der Universität Frankfurt, die durch eine Forschungsförderung des HFSP endlich mit Kollegen aus London und Japan zusammenarbeiten kann. Man habe zuvor viele gemeinsame Ideen, aber nicht das entsprechende Budget zur Umsetzung gehabt, erinnert sie sich. „Durch die HFSP-Gelder ist ein echter Traum wahr geworden“, sagt Fucini (mehr...)

Blick über den Tellerrand

Detlef Weigel: Der Entwicklungsbiologe hat bereits eine große Karriere hingelegt, mit dem HFSP kann sich der Leibniz-Preisträger noch einmal völlig neuen Forschungsfeldern widmen und dafür mit den besten Kollegen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten.

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HFSP-vermittelter Blick über den Tellerrand

Reizvoll ist das HFSP aber auch für erfahrene Forscher, die sich noch einmal ganz neuen Forschungsgebieten zuwenden wollen. Diese Chance hat beispielsweise Detlef Weigel, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und Leibniz-Preisträger 2007, für sich genutzt. Jahrelang stand der für seine Pflanzengenomforschung berühmte Deutsche als Gastgeber für HFSP-Stipendiaten zur Verfügung. Inzwischen wird er selbst mit einer Forschungsförderung des HFSP unterstützt, um sich seinem neuen Lieblingsthema – der genetischen Varianz und ihrer Rolle bei der Evolution – zu widmen. „Durch die explizit erwünschte Interdisziplinarität des HFSP konnte ich über meinen eigenen Tellerrand hinausschauen“, sagt Weigel. So sind Kooperationsprojekte entstanden, die selbst einem erfahrenen Forscher wie ihm ganz neue Anreize bescheren: „Ich kann mit den besten Leuten anderer Forschungsfelder zusammenarbeiten, das ist fantastisch.“ (mehr...)

HFSP in Zahlen

gegründet1989

Anzahl der geförderten Wissenschaftler (1989-2008)

darunter mit deutscher Nationalität

5259

587

Anzahl der vergebenen Research Grants (1989-2008)763

Anzahl geförderter Wissenschaftler bei Research Grants

darunter mit deutscher Nationalität

2960

319

Anzahl von HFSP-Stipendiaten (1989-2008)

darunter mit deutscher Nationalität

davon Deutschland als Gastland gewählt

2299

268

155

Anzahl der Career Development Awards (2003-2008)

davon nach Deutschland

117

12

 

HFSP

Ausführliche Informationen zum Human Frontier Science Program erhalten Sie im Internet auf der Webseite des Programms: www.hfsp.org


Jahrestagung

Sie sind Journalist und brauchen Informationen zur Jahrestagung in Berlin? Kontaktieren Sie uns unter 
info@biotechnologie.de


Beispiele

Jeder nutzt die Möglichkeiten des HFSP auf seine Weise. biotechnologie.de stellt Ihnen fünf Forscher und ihre Karrieren vor:

Gerhard Schratt: Winzige Moleküle im Gehirn verstehen mehr
Detlef Weigel: Preisgekrönter Entwicklungsbiologe auf immer neuen Abwegen mehr
Paola Fucini: Strukturbiologischem Blick auf molekulare Arbeitstiere mehr
Norbert Kraut: Krebsforscher im Dienst der Medikamentenentwicklung mehr
Robert Schneider: Fasziniert von der Architektur des Erbguts mehr


Nachwuchsförderung

Collage aus Broschüren-Deckblatt

Wege in die Biotechnologie: In den vergangenen 25 Jahren hat das BMBF mehr als 200 junge Wissenschaftler darin unterstützt, in die Biotechnologie zu gehen. Eine neue Broschüre verschafft nun Einblicke in den Verlauf dieser Karrieren: Was ist aus den einstigen Nachwuchsforschern geworden? Wie sind sie beruflich vorangekommen? Woran arbeiten sie heute? Die Broschüre kann kostenlos im Bestellservice geordert oder als PDF heruntergeladen werden.


Zur Rubrik Bestellservice

Fördermöglichkeiten

Abbildung von Geldscheinen

Sie wollen einen Postdoc-Aufenthalt im Ausland absolvieren oder wollen mit internationalen Kollegen aus anderen Forschungsfeldern ein gemeinsames Projekt durchführen? Eine kleine Übersicht zu Fördermöglichkeiten beim HFSP finden Sie hier.

Mehr Informationen


Downloads

Hintergrundmaterial Human Fronier Science Program (HFSP)

Erstellt zur Jahrestagung 6.-9. Juli 2008, Berlin Download PDF (786,8 KB)


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