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Wochenrückblick

KW 01

05.01.2009
Verschnupfte Aussichten auf 2009. Und die Grippe schlägt auch noch zurück.
Quelle: jeger / pixelio.de

biotechnologie.de hat für Sie aktuelle Nachrichten zur Biotech-Branche aus den vergangenen Tagen zusammengefasst:



 

Schwieriges Jahr 2009 +++ Bio Cluster in den Alpen +++ Grippeviren resistent gegen Tamiflu +++ Britischer Embryo ohne Brustkrebs-Gen +++ 3,3 Millionen Spender für Knochenmark +++ Darmkrebs-Metastasen frühzeitig erkennen





Schwieriges Jahr 2009: Der Biotechnologie-Branche steht 2009 nach Ansicht des Verbandes Bio Deutschland ein schwieriges Jahr bevor. "Es wird auf jeden Fall eine Konsolidierung in starkem Maße geben: zwischen Biotech und Biotech, und auch zwischen Biotech und Pharma", sagte der Vorsitzende von Bio Deutschland, Peter Heinrich, der Berliner Zeitung. Die Gesamtbranche werde in Deutschland nicht wachsen, "garantiert nicht", sagte Heinrich. Wegen der Finanzkrise werde der Druck auf die Unternehmen zunehmen, weit oder fertig entwickelte Produkte zu verkaufen. "Ein Großteil der Firmen wird versuchen oder ist gezwungen, Sparmaßnahmen einzuleiten und Personal abzubauen, so gut es geht." Heinrich forderte Bund und Länder auf, mit stillen Beteiligungen an Biotech-Unternehmen und Fördergeldern die noch junge Branche zu stützen. Es fehle derzeit an ausreichenden privaten und öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Auch müssten die steuerlichen Rahmenbedingungen für forschungsintensive Unternehmen verbessert werden. Auch Thom Rasche vom Hamburger VC-Investor Earlybird sieht besonders für junge Firmen schwarz. "Für Biotechnologie gibt es im Moment so gut wie gar kein Geld", sagte er gegenüber dem Tagesspiegel. "Es ist teuer und dauert viel zu lange, bis klar wird, ob eine Idee überhaupt funktioniert. Das Risiko will im Moment keiner eingehen." Auch im Laufes des Jahres 2009 werde sich die Lage kaum bessern. "Ich halte es für sehr schwierig, dass im kommenden Jahr hierzulande ein neuer Fonds aufgelegt wird", sagt Rasche. "Die Investoren befinden sich in einer Schocksituation - im Moment bewegt sich keiner mehr."



Bio Cluster in den Alpen: Sechs Regionen des Alpenraums haben sich zum "Alps Bio Cluster" zusammengeschlossen. Ziel des Netzwerks im Rahmen des EU-Interreg-Programms ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Biotechnologie und Medizintechnik zu verbessern. Ressourcen aus Forschung, Industrie und Ausbildung sollen gemeinsam genutzt werden. Auch die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen soll enger werden. Die Partner sind im Einzelnen: In Frankreich die Region Rhone-Alpes mit den aktiven Partnern: ADEBAG und Lyonbiopole; in Italien die Region Lombardei und Piemont mit den aktiven Partnern Bioindustry Park des Canavese SpA und Milan Chamber of Commerce; in der Schweiz die Region Westschweiz mit dem aktiven Partner BioAlps; in Österreich, die Region Tirol mit dem aktiven Partner Tiroler Zukunftsstiftung und in Deutschland die Region Oberbayern mit den aktiven Partnern Helmholtz Zentrum München und Fachhochschule Weihenstephan. Wie jetzt gemeldet wurde, startete das Projekt bereits am 1. Oktober 2008. Das Gesamtbudget beträgt für die drei Jahre Laufzeit knapp zwei Millionen Euro, 76 Prozent davon werden von der EU finanziert.



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Dossier: Grippeimpfstoffe: Revolution hinter den Kulissen

Grippeviren resistent gegen Tamiflu: Zu Beginn der Grippesaison in Europa und Nordamerika zeigen erste Untersuchungen, dass die Virusstämme sich auf den Neuraminidase-Inhibitor Oseltamivir einstellen, der im Medikament Tamiflu eingesetzt wird. Wurden im letzten Jahr nur wenige Resistenzen gegen Neuraminidase-Inhibitoren beobachtet, so zeigten in dieser Saison 49 der ersten 50 vom amerikanischen "Center for Disease Control and Prevention" untersuchten Stämme vom Virusstamm A (H1N1) eine verminderte Empfindlichkeit. In Europa waren es 19 von 20 untersuchten H1N1-Viren, wie das europäische CDC-Pendant in Stockholm mitteilte. Weiterhin empfindlich gegen den Stamm A (H1N1) ist der Neuraminidase-Inhibitor Zanamivir, berichteten die beiden Behörden. Der Hersteller des Medikaments Relenza, das auf Zanamivir beruht, kündigte an, dafür zu sorgen, dass das Mittel in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Es gibt den Verdacht, dass die erhöhten Resistenzen ihren Ursprung in Ostasien haben, wo Tamiflu großzügiger eingesetzt wird.



Britischer Embryo ohne Brustkrebs-Gen: Eine britische Familie, unter deren Vorfahren es mehrere Brustkrebsfälle gab, wollten das bei ihrem jüngsten Kind ausschließen: Deshalb ließen die Eltern mehrere Embryonen im Reagenzglas erzeugen - und wählten den Embryo aus, der die Genvariante, die mit den Brustkrebs-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, nicht trägt. Ohne die genetische Vorauswahl läge die Gefahr, das ein Mädchen später selbst Brustkrebs bekommt oder ein Junge die Veranlagung seinerseits weitervererbt, bei 50 bis 85 Prozent, meldeten die behandelnden Ärzte des Londoner University College Hospital. In Deutschland ist eine solche Vorauswahl von Embryonen verboten. In Großbritannien ist es hingegen seit längerem möglich, durch Präimplantationsdiagnostik die Vererbung schwerer Krankheiten auszuschließen. 2006 wurde die Erlaubnis auf bestimmte Krebsarten ausgeweitet. In England ist zudem ein Schnelltest vorgestellt worden, mit dem Embryonen offenbar auf tausende Erbkrankheiten geprüft werden können. Bei dem von einem Forscherteam des Londoner Bridge Centre entwickelten Test soll das Erbgut binnen weniger Wochen auf 15.000 Erbkrankheiten "abgescannt" werden, berichtete der britische Sender BBC. Der Test werde Eltern mit Erbkrankheiten ermöglichen, bei einer künstlichen Befruchtung entstandene Embryonen testen zu lassen, bevor diese in die Gebärmutter eingesetzt werden sollen. Der Test solle 1500 Pfund (1800 Euro) kosten und könnte noch in 2009 verfügbar sein, hieß es weiter.



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News: Leukämie-Medikament gibt MS-Patienten Hoffnung

3,3 Millionen Spender für Knochenmark: Immer mehr Deutsche lassen sich als Knochenmarkspender registrieren. Die Zahl der Menschen, die ihre Stammzellen des Knochenmarks Leukämiekranken zur Verfügung stellen, ist im vergangenen Jahr um 200 000 angewachsen. Das Zentrale Knochenmarkspender-Register in Ulm umfasst damit mittlerweile 3,3 Millionen Einträge. Jeder vierte der Neuspender hatten über die Homepage der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) oder telefonisch ein Briefspenderset angefordert und sich so mittels Wangenabstrich per Watteträger registrieren lassen. Tatsächlich durchgeführt wurden im vergangenen Jahr 2.904 Stammzell- oder Knochenmarkspenden. Das sind 400 mehr als 2007. Trotz der gestiegenen Spendenbereitschaft findet jeder fünfte Leukämiepatient keinen geeigneten Spender, da für eine erfolgreiche Transplantation die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu vollständig übereinstimmen müssen. Bei häufigen Merkmalskombinationen kann einer unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen unter Millionen keiner, wie die DKMS mitteilte. Die bei einer Spende entnommenen Stammzellen bilden sich wieder komplett nach.

Homepage der DKMS mit Registrierungsmöglichkeit: hier klicken



Metastasen bei Darmkrebs frühzeitig erkennen: Darmkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen in den westlichen Ländern. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 73 000 Menschen daran, nur etwa die Hälfte kann erfolgreich therapiert werden. Das liegt daran, dass bei jedem fünften Darmkrebspatienten bereits bei der Diagnose Metastasen festgestellt werden und bei etwa einem weiteren Drittel der Patienten Metastasen trotz erfolgreicher Ersttherapie auftreten. Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums und der Berliner Charite haben ein Gen identifiziert, mit dem sie erstmals bei Dickdarmkrebs mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen können, ob der Tumor zur Metastasenbildung neigt. Wie Ulrike Stein, Peter M. Schlag und Walter Birchmeier zeigen konnten, fördert MACC1 (Metastasis-Associated in Colon Cancer 1) nicht nur das Krebswachstum sondern auch die Metastasenbildung. Patienten mit Dickdarmkrebs haben danach eine günstigere Lebenserwartung, wenn die Aktivität von MACC1 niedrig ist, als Dickdarmkrebspatienten mit hohen MACC1-Werten. Diese Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" (Online-Veröffentlichung, 21. Dezember 2008). Dem Gen auf die Spur kamen die Wissenschaftler des MDC und der Charité durch den Vergleich von gesundem Gewebe mit Gewebeproben von 103 Darmkrebspatienten im Alter zwischen 20 und 88 Jahren. Von diesen Krebspatienten waren 60 zur Zeit ihrer Operation frei von Metastasen. Von ihnen waren noch 37 Patienten fünf Jahre nach Operation und Therapie metastasenfrei. Sie hatten bei der Erstdiagnose niedrige MACC 1-Werte in den Darmtumoren. Hingegen hatten 23 Patienten nach fünf Jahren Metastasen bekommen. Bei ihnen hatten die Forscher zuvor hohe MACC 1-Werte in den Tumorgewebeproben nachgewiesen. Jetzt wollen die Wissenschaftler prüfen, ob das Gen MACC1 auch bei anderen Tumoren, wie z. B. Lungen-, Brust- und Magenkrebs, eine genauere Vorhersage über den Verlauf einer Krebserkrankung erlaubt.

Mehr zu Darmkrebs auf darmkrebs.de: hier klicken 

 

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