Direktlink :
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4

PLANT-KBBE: 20 Millionen Euro für Pflanzengenomforschung in erster Ausschreibung

Mit der neuen Initiative arbeiten Deutschland, Frankreich und Spanien künftig enger in der Pflanzenforschung zusammen. <ic:message key='Bild vergrößern' />
Mit der neuen Initiative arbeiten Deutschland, Frankreich und Spanien künftig enger in der Pflanzenforschung zusammen. Quelle: Max-Planck-Institute für Entwicklungsbiologie

08.01.2008  - 

Pflanzen bilden die ideale Basis für eine biobasierte, auf Nachhaltigkeit orientierte Wirtschaft. Die Genomforschung bietet dabei die Voraussetzung, Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe entweder noch effizienter und nachhaltiger als bisher oder auf völlig neue Weise zu nutzen. Um diese technologische Herausforderung in Europa zu stemmen, haben sich die Forschungsministerien der Länder Deutschland, Frankreich und Spanien als "Transnational Plant Alliance for Novel Technologies - towards implementing the Knowledge-Based Bio-Economy in Europe" (PLANT-KBBE) zusammengeschlossen und nun eine erste gemeinsame Ausschreibung mit einem Fördervolumen von 20 Millionen Euro veröffentlicht. Ab sofort können sich interdisziplinäre, transnationale Verbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft aus den benannten Ländern um eine Förderung bewerben. Gefragt sind insbesondere Konsortien mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen, die neben der Pflanzenbiotechnologie auch andere Forschungsfelder wie Mikrobiologie oder Bioprozesstechnik integrieren.

Die länderübergreifende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Pflanzengenomforschung hat bereits Tradition: Schon Ende der 90er Jahre wurden im Rahmen der deutsch-französischen Beziehungen gemeinsame Inititiativen zwischen den nationalen Förderprogrammen Génoplante in Frankreich und der Genomanalyse im biologischen System Pflanze (GABI) von deutscher Seite gestartet. Seitdem hat sich die Zusammenarbeit beider Länder stetig vertieft und wurde schließlich um Partner aus Spanien erweitert. Anfang September sind die Forschungsressorts der drei Länder noch enger zusammengerückt und haben die PLANT-KBBE vereinbart. Unternzeichner waren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für Deutschland, das Ministerio de Educación y Ciencia (MEC) in Spanien, das Ministère de l’Enseignement supérieur de la Recherche in Frankreich und die französische Forschungsagentur Agence Nationale de la Recherche (ANR).

GABI - LogoLightbox-Link

Im Forschungsverbund Genomanalyse im biologischen System Pflanze (GABI) widmen sich die Wissenschaftler unter anderem elf Pflanzengenomen. Im Jahr 2006 wurde vom BMBF das Programm GABI-FUTURE ins Leben gerufen. Bis 2009 werden 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. 

Mehr

Diese Vereinbarung beinhaltet für die kommenden drei Jahre unter anderem jährliche gemeinsame Ausschreibungen, für die sich akademisch und unternehmerisch geführte transnationale Konsortien mit Vertretern der beteiligten Länder bewerben können. Die erste dieser drei Ausschreibungen ist nun Ende 2007 mit einem Fördervolumen von 20 Millionen Euro  veröffentlicht worden.

Ab sofort sind interessierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland aufgerufen, ihre Bewerbungen (zunächst in Form von Projektskizzen) parallel an den mit der Koordinierung von deutscher Seite aus beauftragten Projektträger Jülich und die zentrale PLANT-KBBE-Koordinierungsstelle in Madrid zu senden.


Dieser Film gibt einen Einblick in Unternehmen, die biotechnologische Verfahren in der Landwirtschaft anwenden. Quelle: Fraunhofer IAIS im Auftrag des BMBF, 2004

Gefragt sind dabei vor allem Konsortien, die sich nicht allein auf pflanzenbiotechnologische Aspekte beschränken, sondern auch Themenfelder wie Mikrobiologie, Systembiologie oder Bioprozesstechnik in einem Forschungs- oder Entwicklungsprojekt integrieren. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit sollen vorhandene Ressourcen und Technologien effektiv genutzt werden, um unnötige Doppel- und Parallelarbeiten zu verhindern und alle Kapazitäten transnational zu bündeln. Gleichzeitig sollen in den Verbünden möglichst unterschiedliche Vertreter der Wertschöpfungskette miteinander zusammenarbeiten, um einer Umsetzung der Projektvorhaben in die Praxis gezielt den Weg zu ebnen. Auch die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen ist ausdrücklich erwünscht. 

Workshop

Am 16./17. April ist in Berlin ein Partnering-Workshop für alle Interessenten der Ausschreibung geplant. Bis zum 14. März wird um eine Anmeldung gebeten.

Mehr Informationen

Inhaltlich soll die effizientere und zielgerichtetere Entwicklung neuer Pflanzen im Mittelpunkt stehen – sei es zur Nutzung als Energieträger, für industrielle Anwendungen als Rohstoff-Lieferant für Biomaterialien bzw. Arzneimittel oder als Basis zur Gewinnung gesünderer sowie sicherer Nahrungs- und Futtermittel.

Für weiterführende Informationen steht der Projektträger Jülich (Ansprechpartner Dr. Büschges, r.bueschges@fz-juelich.de) zur Verfügung. Details und Fristen der Ausschreibung erfahren Sie auch auf der Webseite: www.fz-juelich.de/ptj/plant

 

Grüne Gentechnik

Mehr Informationen zur Grünen Gentechnik auf biotechnologie.de

Sie wollen sich über Grüne Gentechnik informieren? Auf biotechnologie.de finden Sie dazu mehrere Gelegenheiten.

Gesetz: Streit um gv-Zulassung auf EU-Ebene mehr

Umfrage: Landwirte zur Nutzung der Gentechnik befragt mehr

Anbau: Daten zur weltweiten Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen mehr

In unserer Rubrik Daten und Fakten haben wir eine Übersicht an Zahlen zur Anwendung der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft für Sie zusammengestellt: mehr

In unserer Rubrik Förderporträt berichten wir über die Pläne des Forscherbündnis BioOK von der Ostseeküste, das das Zulassungsprozedere von gentechnisch veränderten Pflanzen verbessern und künftig aus einer Hand anbieten will: mehr