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Biotechnologie in Frankreich

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Die Biotechnologie-Szene in Frankreich ist seit einigen Jahren im Wandel begriffen. Neue Förderprogramme und Förderstrukturen wurden etabliert, neue Cluster haben sich gebildet. Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 konnten die Life-Sciences-Unternehmen inzwischen abschütteln. Trotzdem bleibt die Lage gerade für kleine und mittelständische Unternehmen schwierig. Aktuell sieht sich die mittelständisch geprägte Branche durch eine geänderte Steuergesetzgebung bedroht. Sie befürchtet künftig über weniger Kapital zu verfügen, um die Entwicklung ihrer Wirkstoffe voranzutreiben. Derzeit etabliert sich eine zweite Generation biotechnologisch aktiver Unternehmen.

Allgemeines

Die Zahlen des aktuellen Branchenreports (die Zusammenfassung in englischer Sprache als pdf) des Unternehmerverbands France Biotech zeigen, dass die Biotechnologie-Branche die Folgen der Wirtschaftskrise 2008/2009 abschütteln konnte: Die Finanzmittel, die durch Börsengänge und Kapitalerhöhungen eingenommen sowie durch Wagniskapitalgeber investiert wurden, stiegen im Vergleich zwischen 2009 und 2010 um mehr als 103% an. Im Jahr 2010 wagten sich zudem acht französische Firmen erstmals auf das Börsenparkett, sieben davon aus dem Bereich der roten Biotechnologie. In Deutschland gab es hingegen schon seit 2008 keinen Biotech-Börsengang mehr.

Deutsch-französische Gemeinsamkeiten gibt es hingegen im Aufbau der Branche. Auch in Frankreich ist nahezu die Hälfte aller Unternehmen im Bereich Gesundheitsforschung (Humanmedizin: 34%, Tiermedizin: 14%) aktiv, weitere 9% entwickelten biotechnologische Produkte und Dienstleistungen für die Kosmetikindustrie. In der grünen Biotechnologie konzentrieren die Unternehmen sich vor allem auf die menschliche Ernährung (6%), die Biomasseproduktion (5%) sowie die Pflanzenzucht (4%). 

Trotz zahlreicher staatlicher Fördermaßnahmen und einer Zunahme der Investitionen im Bereich der Life Sciences klagen viele Firmen noch immer über Finanzierungsschwierigkeiten. In einer Firmenumfrage von France Biotech gab ein Drittel der Unternehmen an, im Laufe des Jahres 2010 vor finanziellen Problemen gestanden zu haben, ein Fünftel hatte akute Zahlungsschwierigkeiten. Etwa ein Viertel (27%) der Unternehmen musste zusätzliches Kapital einwerben, 7% der Unternehmen haben Mitarbeiter entlassen.

 

Hintergrund

Unternehmen: 250

Schwerpunkt: Gesundheit, Ernährung

Wirtschaftsverband: France Biotech www.france-biotech.org

Projektbasierte Förderung:  Agence Nationale de la Recherche (ANR) www.agence-natinale-recherche.fr

Institutionelle Förderung: Ministère de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche www.recherche.gouv.fr

Industrielle Förderung: Agence de l'Innovation industrielle www.aii.fr

Besondere Förderung: Krebsforschung ("Cancéropôles"); Hightech-Unternehmen (Gründerwettbewerb); Kompetenzkerne ("Pôles de compétitivité")

Wichtige Cluster: "Lyonbiopole" (Virologie: Lyon),  "MédiTechSanté" (Infektions-forschung, Krebs: Ile de France); Europol'Agro (Landwirtschaft: Picardie); Innovations Thérapeutiques (Molekularbiologie: Alsace); Végétal specialisé (Ernährung: Pays de la Loire)

Rechtliche Grundlagen:

Gentechnik-Gesetz "Loi Nombre 2008-595 du 25 juin 2008 relative aux organsimes génétiquement modifiés" (zuletzt geändert im Dezember 2008); "Pacte pour la Recherche" (zuletzt geändert im März 2010); Bioethik-Gesetz (2004 verabschiedet, Richtlinien für Stammzellforschung 2006 veröffentlicht, Novelle im Jahr 2011 geplant)

Downloads

Analyse des Biotech-Standortes Frankreich durch OSEO (in frz.)

Download PDF (884,5 KB)

Richtlinien zur Stammzellforschung in Frankreich

Download PDF (222,4 KB)