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Länderfokus

Biotechnologie in Japan

10.03.2009

In der westlichen Öffentlichkeit hat Japan in jüngster Zeit vor allem durch die Entwicklung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) für erheblichen Wirbel gesorgt. Die Biotech-Branche hat allerdings noch keine lange Tradition und befindet sich noch im Aufholprozess.

Forschungslandschaft


Wissenschaftlich gehört Japan in der Biotechnologie heute zu den weltweiten Spitzenakteuren. Die Lebenswissenschaften sind zude einer der Schwerpunkte, in denen die japanische Regierung investiert. In den vergangenen Jahren hat der Staat seine F&E-Ausgaben enorm gesteigert - investiert aber im Vergleich zur japanischen Industrie immer noch deutlich weniger (70-80% sind private F&E-Ausgaben). Im Jahr 2008 lagen die staatlichen F&E-Ausgaben bei 3,57 Billionen Yen (28,5 Milliarden Euro). Von den 15 in Wissenschaft und Technologie involvierten Ministerien und Behörden trägt das Ministry of Education and Science (MEXT) zwei Drittel der Summe, gefolgt von Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) (14%) und der Defence Agency (JDA, 4%).

Garabed Antranikian am Steuerstand des japanischen Forschungsschiffes.Lightbox-Link
Garabed Antranikian: Der Hamburger Mikrobiologe pflegt intensive Forschungskontakte nach Japan, um in der Tiefsee nach biotechnologisch relevanten Mikroorganismen zu suchen.

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In der japanischen Forschungslandschaft gibt es keine mit den deutschen Forschungsorganisationen vergleichbaren Dach- und Trägerorganisationen. Zu den größten öffentlichen Forschungseinrichtungen zählt unter anderem das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST), das 2001 als Körperschaft aus den 15 Einrichtungen der Agency of Industrial Science and Technology beim METI hervorgegangen ist und 3200 Angestellte vorweisen kann. Einer der Forschungsschwerpunkte liegt hier in den Lebenswissenschaften. Insgesamt 14 unterschiedliche Laboratorien widmen sich diesem Gebiet. Aber auch Biomasseforschung und Nanotechnologie sind AIST-Forschungsgebiete. Eine weitere wichtige Forschungseinrichtung in den Life Sciences ist das National Institue of Genetics in Mishima, das unter dem Dach des Forschungsministeriums im Jahr 1949 entstanden ist und seit den 80er Jahren als inter-universitäre Einrichtung gilt, die sich auch um die Zusammenarbeit von Arbeitgruppen verschiedener Universitäten bemüht. Darüber hinaus ist sie der Sitz der DNA Databank of Japan. In der Genomforschung sehr stark ist auch das Kazusa DNA Research Institut, das Anfang der 90er Jahre gegründet wurde und durch die Präfektur Chiba finanziert wird.

Prof. Dr. Rolf D. Schmid, Leiter des Instituts für Technische Biochemie der Universität StuttgartLightbox-Link
Rolf Schmid: Der Professor an der Universität Stuttgart ist ein guter Japankenner. Er berät nicht nur Ministerien, sondern auch Unternehmen zu Fragen der Biotechnologie in Japan. Sie wollen mehr über ihn erfahren? Lesen Sie unser Forscherprofil!

Zum Forscherprofil

International einen guten Ruf hat das RIKEN-Institut, das 1917 als private Forschungseinrichtung gegründet und 2003 als unabhängige administrative Institution unter dem MEXT neu organisiert wurde. Die Aufgabe des RIKEN ist die Durchführung umfangreicher Forschung und Technologie. Dabei sind nur die Geisteswissenschaften und die Sozialwissenschaften ausgenommen.  Die Forschungen des RIKEN reichen von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung in Bereichen wie Physik, Chemie, Medizin, Biologie und Ingenieurwesen. 

Aber auch japanische Universitäten wie die von Tokio, Kyoto oder Osaka spielen auf internationaler Ebene eine große Rolle. Weltweit für die größten Schlagzeilen in den Life Sciences sorgte in jüngster Zeit sicherlich der Japaner Shinya Yamanaka von der Universität Tokio, der erstmals zeigen konnte, dass sich aus erwachsenen Hautzellen wieder vielseitige Stammzellen gewinnen lassen (mehr...). Auf diesen sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) ruhen inzwischen viele Hoffnungen der regenerativen Medizin. Die Technik wird derweil ständig verfeinert - auch von deutschen Forschern (mehr..). 

Im Jahr 2004 wurden alle japanischen Universitäten in Selbstverwaltungskörperschaften umgewandelt - dies geschah auf der Grundlage des National University Corporation Law. Ziel dieser einschneidenden Reform war es, die Unabhängigkeit und Verwaltungsautonomie der einzelnen Hochschulen zu stärken.

In den letzten Jahren verstärkt gefördert wird auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen, beispielsweise durch spezielle Programme beim MEXT. Aber auch bei anderen Ministerien bzw. der halbstaatlichen Organisation "Japan Science and Technology Corporation" (JST) sind entsprechende Initiativen gestartet worden, um Patentierungen und den Technologietransfer von den Hochschulen in den Markt zu befördern. Darüber hinaus wurde im Jahr 2004 die Japan Association of University Intellectual Property and Technology Management (UNITT) gegründet, um alle Technologietransfer-Stellen des Landes gebündelt zur organisieren.

 

Hintergrund

Unternehmen: 586  (Stand: 2006)

Schwerpunkte: Medizin, Industrielle Biotechnologie

Wirtschaftsverband: Japan Bioindustry Association www.jba.or.jp/english

Forschungsförderung:
Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) www.mext.go.jp/english
Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) www.meti.go.jp/english
Japan Science and Technology Corporation (JST) www.jst.go.jp/EN

Allgemeine Informationen zum Markteintritt: 
Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) www.japan.ahk.de
Japan External Trade Organization (JETRO) www.jetro.go.jp/

Regionale Biocluster:
Sapporo Biocluster
Kanto Biocluster
Tokai Biocluster
Kansai Biocluster

Rechtliche Grundlagen: 
Stammzellforschung ohne Stichtagsregelung erlaubt; kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen, Einfuhr aus dem Ausland aber erlaubt

Internationale Kooperationen

www.internationale-kooperationen.de

Sie interessieren sich für Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen im Ausland? Das internationale Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt einen solchen Austausch. Mehr Informationen zu möglichen Förderprogrammen und länderspezifische Hintergründe finden Sie unter:

www.internationale-kooperationen.de


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Attraktive Branchen: Biotechnologie

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