Länderfokus
Biotechnologie in der Schweiz
Die Schweiz hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl die höchste Dichte an Biotechologie-Unternehmen weltweit. Das liegt nicht nur an der Finanzkraft der Banken und Investoren, sondern auch an den großen Pharmafirmen, die hier ihren Sitz haben.
Forschungslandschaft
Die Lebenswissenschaften im Allgemeinen und die Biotechnologie im Besonderen sind in der Forschungslandschaft der Schweiz feste Größen. Neben den Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen der großen Pharmaunternehmen Novartis, Roche und Merck Serono tun sich vor allem die beiden technischen Eliteuniversitäten des Landes hervor. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und ihr Pendant in Lausanne verfügen nicht nur über eine große Tradition in den Lebenswissenschaften, in Zürich steht mit Heidi Wunderli-Allenspach sogar eine Biologin an der Spitze eine der größten Forschungsinstitutionen des Landes. Studiengänge in Lebenswissenschaften und Biotechnologie bieten zudem die Universitäten von Bern, Genf, Freiburg, Lausanne, Lugano, Neuchatel und Zürich. Zusätzlich haben fünf der sieben Fachhochschulen Biotechnologie im Angebot.
Zwei von drei Euro in der Forschung kommen aus dem privaten Bereich
Demgegenüber gibt es nur verhältnismäßig wenige außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtungen. Zu nennen wäre hier etwa das Friedrich-Miescher-Institut und das Paul Scherrer-Institut. Neu hinzugekommen ist das Forschungsinstitut für Biomedizin in Bellinzona.
Etwa siebzig Prozent der Forschungsaufwendungen im Biotechnologie-Bereich stammen aus dem privaten Sektor. Das größte privatwirtschaftliche Forschungszentrum ist das Novartis Institut für biomedizinische Forschung in Basel, das mit 1500 Mitarbeitern das größte Forschungszentrum von Novartis weltweit ist. Aber auch Roche und Merck-Serono forschen in größerem Umfang.

Weltweit gibt es mehrere Novartis Institute für biomedizinische Forschung. Der Standort in Basel ist am größten.Quelle: Novartis
Drei Zentren Zürich, Basel und Genf
Biotechnologische Forschung findet vor allem in drei Biotech-Zentren statt: Rund um Zürich, Basel und Genf wird von den dort angesiedelten Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen mehr als achtzig Prozent der gesamten biotechnologischen Forschungsausgaben getätigt.
Neben der starken Stellung der Unternehmen legt auch der Staat einen besonderen Augenmerk auf die Biotechnologie. Die öffentlichen Forschungsgelder kommen in der Schweiz meist aus einem von zwei Töpfen.
Schweizerischer Nationalfonds als größte staatliche Förderungsinstitution
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ist dabei der größere Topf. Der SNF ist die wichtigste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Im Auftrag des Bundes fördert er vor allem die Grundlagenforschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, von Philosophie über Biologie und Medizin bis zu den Nanowissenschaften. Im Zentrum seiner Tätigkeit steht die wissenschaftliche Begutachtung der von den Forschenden eingereichten Projekte. Für deren Förderung stehen jährlich rund 400 Millionen Euro zur Verfügung.
Um die nötige Unabhängigkeit für die Förderung der Forschung sicherzustellen, wurde der SNF 1952 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Er unterstützt die Grundlagenforschung hauptsächlich in Form von Einzelprojekten und engagiert sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Die Förderagentur für Innovation KTI wurde ebenfalls kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, ist aber kleiner und anwendungsorientierter als der Schweizerische Nationalfonds. Die KTI hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Wissens- und Technologietransfer zwischen Unternehmen und Hochschulen zu fördern. Dazu verfügt die KTI in den Jahren 2008 bis 2011 über ein Budget von 350 Millionen Euro. Die Lebenswissenschaften nehmen einen prominenten Platz ein und machen einen von vier Förderschwerpunkten aus.
Vier Nationale Forschungsprogramme zur Biotechnologie
1994 startete der Schweizerische Nationalfonds ein Schwerpunktprogramm Biotechnologie. Im Wesentlichen war es ein Austauschprogramm zwischen Universitäten und Unternehmen. Die Firmen investierten in die Forschung, um sich mittel- und längerfristig am wirtschaftlichen Gewinn zukunftsträchtiger Ideen und Lösungen zu beteiligen.
Während das Schwerpunktprogramm mittlerweile ausgelaufen ist, wird biotechnologische Forschung mittlerweile über kleinteiligere und flexiblere Programme gefördert - die Nationalen Forschungsprogramme (NFS). Die Themen werden vom Bundesrat vorgegeben und sind meist interdisziplinär und institutsübergreifend angelegt. NFS werden bis zu zu 12 Jahre lang gefördert und sind 3 bis 13 Millionen Franken dotiert. Bislang wurden 20 Projekte initiiert.
Vier NFPs berühren den Bereich der Biotechnologie:
- "Molekulare Onkologie - Von der Grundlagenforschung bis zur therapeutischen Anwendung"
mehr Informationen: hier klicken - "Plant survival - Überlebenserfolg von Pflanzen in naturnahen und landwirtschaftlichen Ökosystemen"
mehr Informationen: hier klicken - "Genetics Grenzen in der Genetik – Gene, Chromosomen und Entwicklung"
mehr Informationen: hier klicken - "Strukturbiologie Molekulare Lebenswissenschaften: Dreidimensionale Struktur, Faltung und Interaktionen"
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