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Dossier

Gene geben Gewicht

03.02.2009
Übergewicht kann von Genen beeinflusst werden. Wie genau, das verstehen Forscher immer besser.
Quelle: nafas/pixelio.de

Sind die Gene schuld am Übergewicht? Ja und nein, antworten die Wissenschaftler stets. Aufgrund neuer Erkenntnisse fällt die Antwort jetzt aber so detailliert aus wie nie. Forscher des Helmholtz-Zentrums in München identifizierten sechs neue Gene, die im Gehirn den Appetit anregen. Durch das vor kurzem entdeckte FTO-Gen bekommen Kinder Appetit auf süße und fette Speisen, wie eine irische Studie beweist. Einige wenige Menschen wiederum bleiben aufgrund einer Genmutation auch nach dem dritten Nachtisch rank und schlank. Dass die Menschen in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt mehr wiegen als alle anderen Deutschen, liegt wohl aber nicht nur an den Genen.



 

Die Welt wird immer schwerer

Regionale Prävalenz von Übergewicht und Adipositas getrennt nach Bundesländern, standardisiert nach Alter und Geschlecht. Die Zahlen in den einzelnen Bundesländern geben den Anteil der Übergewichtigen bzw. Fettleibigen an.Lightbox-LinkRegionale Prävalenz von Übergewicht und Adipositas getrennt nach Bundesländern, standardisiert nach Alter und Geschlecht. Die Zahlen in den einzelnen Bundesländern geben den Anteil der Übergewichtigen bzw. Fettleibigen an.Quelle: TU München

Die Weltbevölkerung wird immer schwerer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit mehr als eine Milliarde übergewichtige Menschen, darunter etwa 300 Millionen Fettleibige. Übergewichtige bringen mehr als ihr Normalgewicht auf die Waage, als fettleibig gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 besitzt. Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße im Quadrat.

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Deutschland gleichauf mit den USA

In Deutschland wird dabei besonders gut und viel gegessen. Nach einer Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) aus dem Jahr 2007 führen die Deutschen mit beiden Geschlechtern Platz Eins der Europa-Rangliste der Dicken an und liegen damit im globalen Vergleich gleichauf mit den USA. Insgesamt 75,4% der deutschen Männer und 58,9% der deutschen Frauen sind nach Angaben dieser Studie übergewichtig. Die wenigsten Fettpölsterchen bringen bei den Männern die Franzosen (Anteil von 47,4%) und bei den Frauen die Italienerinnen (34,5%) auf die Waage.

In Sachsen-Anhalt leben die meisten Dicken

In Deutschland leben die meisten Dicken in Sachsen-Anhalt. Das zeigt die Untersuchung von fast 36.000 Patienten in mehr als 1500 Hausarztpraxen aus ganz Deutschland, die im Dezember 2008 im Deutschen Ärzteblatt (Bd. 105, S. 827) veröffentlicht wurde. Die Studie beruht auf Daten, die im Herbst 2005 im Laufe des Projektes GEMCAS (German metabolic and cardiovascular risk project) erhoben worden waren.

Als Maß galt ein Taillenumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und mehr als 88 Zentimetern bei Frauen. Diese Kriterien erfüllen 42,1 & der Bewohner von Sachsen-Anhalt. Der Stadtstaat Hamburg hat demnach mit 30,5 Prozent den geringsten Anteil Dicker, im Bundesschnitt sind es 36,5 Prozent. Allerdings wurde im Freistaat ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Typ-2-Diabetes-Patienten bei den Untersuchten konstatiert. Während bundesweit von 100 fettleibigen Patienten jeder Zweite Diabetiker ist, sind es in Sachsen fast drei Viertel. Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung hatte bereits im Januar 2008 eine Studie veröffentlicht, nach der zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig sind.

 

Hintergrund

Was bedeutet eigentlich Übergewicht? Und ab wann wird Übergewicht zu Adipositas? Das gängiste Maß hierfür ist der Body-Mass-Index (BMI). Er wird berechnet, indem das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern zum Quadrat) geteilt wird.

unter 18,5 (Untergewicht)

18,5 bs 24,99 (Normalgewicht)

25 bis 29,99 (Übergewicht)

30-34,99 (Adipositas Grad I)

35 bis 39,99 (Adipositas Grad II)

über 40 (Adipositas Grad III) 


Mehr Informationen zum Thema Übergewicht erhalten Sie hier:

International Association for the Study of Obesity (IASO): www.iaso.org

Nationale Verzehrstudie: www.was-esse-ich.de

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