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Reines Botox-Präparat durch die Zulassung geboxt

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Bakterien der Art Clostridium botulinum produzieren Botulinumtoxin Quelle: kennislink.nl

03.04.2013  - 

Biotecon in Potsdam hat etwas, das für viele Biotech-Unternehmen noch in ferner Zukunft liegt: das erste zugelassene Produkt. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Potsdamer Forscher ihren Wirkstoff Xeomin gegen Krämpfe jetzt über die klinische Prüfung bis zur Zulassung gebracht. Unterstützung haben sie dabei vom Kooperationspartner Merz Pharmaceuticals GmbH in Frankfurt erhalten.

Xeomin ist ein Wirkstoff, der vor allem gegen Krämpfe und chronische Bewegungsstörungen eingesetzt werden kann. Er besteht aus hochreinem Botulinumtoxin. Dieses extrem starke Gift, das inzwischen oft auch nur als Botox bezeichnet wird, kann Nerven und Muskeln schwächen oder lähmen. Schon winzige Mengen können für den Menschen tödlich sein. Das von Bakterien der Art Clostridium botulinum hergestellte Gift verhindert, dass die Nerven Bewegungsreize auf die Muskeln übertragen: sie können sich dadurch nicht mehr zusammenziehen. Dieser Mechanismus wird nun für therapeutische Anwendungen genutzt und in geringer Dosis direkt in den Muskel gespritzt.

Der Biotecon-Wirkstoff Xeomin ist das erste Botox-Präparat, das in hochreiner Form ohne Nebenbestandteile angeboten wird. Dies hat den Vorteil, dass eventuelle Botox-Nebenbestandteile vom Körper keine Immunantwort mehr hervorgerufen können. Ohne eine Reaktion des Immunsystems werden keine neutralisierenden Antikörper mehr gebildet, die den Wirkstoff abfangen könnten.

Die komplette Entwicklung von Xeomin fand im Potsdamer Firmensitz statt. 1997 lernte der heutige Biotechon-Forschungsvorstand Jürgen Frevert den Merz-Geschäftsführer Jochen Hückmann kennen. Dieser bot Biotechon sofort eine gleichberechtigte Partnerschaft an, als er von Xeomin und seinen Vorteilen hörte. Biotechon- Forschungsvorstand Frevert schätzt den weltweiten Markt auf rund 800 Millionen US-Dollar. Dieser hohe Betrag kommt vor allem deshalb zustande, weil das gegen Krämpfe zugelassene Mittel von Ärzten auch außerhalb dieses Bereiches (sogenannter off-label-use) eingesetzt wird – etwa in der Schönheitschirurgie als Anti-Faltenmittel.

 
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