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Nature Biotechnology benennt Weltspitze der Biotechnologie

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Eine Reihe von Deutschen gehört laut Nature Biotechnology zum weltweiten Who is Who der Biotechnologie (v.l.n.r./v.o.n.u.): Tom Tuschl, Peter Beyer, Simon Moroney, Jürgen Rüttgers, Peter Heinrich, Matthias Mann, Horst Domdey, Ingo Potrykus, Friedrich von Bohlen.

29.03.2006  - 

Vor zehn Jahren ist das erste Heft von Nature Biotechnology erschienen – jetzt zieht das Fachmagazin in seiner aktuellen Ausgabe ein Fazit der Branche (Vol. 24, März 2006). Die Redaktion blickt zurück auf wirtschaftliche, rechtliche und wissenschaftliche Entwicklungen und stellt ein "Who is Who" der weltweiten Biotechnologie vor. In einer der acht Kategorien haben es auch zwei Deutsche aufs Siegerpodest geschafft. Ingo Potrykus und Peter Beyer, die Erfinder des Goldenen Reises, setzten sich in der Kategorie Landwirtschafts-, Umwelt- und Industrielle Biotechnologie als Gewinner durch. Lobend erwähnt wurden der Biochemiker Tom Tuschl (Kategorie Technologie) und der Stammzellexperte Rudolf Jaenisch (Kategorie Biopharmaka). Sieben weitere Deutsche wurden in den Kategorien Politik und Europäische Biowirtschaft nominiert.

Einen Monat lang hatten die Leser von Nature Biotechnology Zeit, die aus ihrer Sicht einflussreichsten Persönlichkeiten in der Biotechnologie vorzuschlagen. Für die acht Kategorien Gesellschaft und Ethik, Politik und Recht, Biopharmaka, Technologie, Europäische Biowirtschaft, US-Biowirtschaft, Biowirtschaft im Rest der Welt sowie Landwirtschafts-, Umwelt- und Industrielle Biotechnologie wurden ingesamt 291 Vorschläge eingereicht. Auch zwei Deutsche konnten sich dabei als Gewinner durchsetzen: Ingo Potrykus, emeritierter Professor an der Eidgenössischen Hochschule (ETH) in Zürich und Peter Beyer von der Universität Freiburg. Beide hatten 1999 erstmals eine gentechnisch veränderte Reissorte entwickelt, die aufgrund zweier zusätzlich eingebauter Gene Provitamin A anreichern kann. Diese Erfindung wird "Goldener Reis" genannt und soll im Kampf gegen den Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsländern eingesetzt werden. Vitamin-A-Mangel ist jedes Jahr für rund 500.000 Erblindungen und 6000 Todesopfer verantwortlich. Gemeinsam mit der Privatwirtschaft setzen Potrykus und Beyer nun alles daran, dass ihre Reissorte möglichst bald auf den Markt kommt. Für ihre Arbeit und ihre Engagement erhielten die beiden den ersten Platz in der Kategorie Landwirtschafts-, Umwelt und industrielle Biotechnologie.

Mit winzigen Molekülschnipseln zur Biotech-Spitze

In der Kategorie Technologie erreichte der Biochemiker Tom Tuschl eine besonders lobende Erwähung für seine Arbeiten zur RNA-Interferenz. Derzeit arbeitet der Biochemiker an der Rockefeller University in New York, aber während seiner Zeit am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie im Jahr 2001 entdeckte er, wie man mithilfe winziger Molekülschnipsel, der small interfering RNA (siRNA), ganze Gene gezielt an- und abschalten kann. Weitere Nominierungen für die Kategorie Technologie erhielten Rudi Balling, Geschäftsführer der Gesellschaft für biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig, und Matthias Mann vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Während Balling als Pionier der funktionellen Genomanalyse in die Liste aufgenommen wurde, erhielt Mann die Nominierung für die Entdeckung der massenspektrometischen Methode SILAC (Stable isotope labeling of amino acids in cell culture).

In der Kategorie Europäische Biowirtschaft haben es insgesamt vier Deutsche auf die Nominierungsliste geschafft: BioM-Chef Horst Domdey, Simon Moroney, Geschäftsführer der Biotech-Firma Morphosys, Friedrich von Bohlen, ehemaliger Geschäftsführer der Bioinformatik-Firma LION Biosciences sowie Jürgen Rüttgers als ehemaliger Forschungsminister, der 1996 den BioRegio-Wettbewerb initiiert hatte.

In der Kategorie Biopharmaka erhielt unter anderem der Genetiker Rudolf Jaenisch eine lobende Erwähnung für seine bahnbrechnenden Arbeiten zum therapeutischen Klonen. Seit 1984 arbeitet der deutsche Stammzellexperte am Witehead Institute for Biomedical Research am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA.

In der Kategorie Politik und Recht wurde Peter Heinrich, Mitgründer der Münchener Biotech-Firma MediGene, auf die Liste der Nominierungen gesetzt - vor allem für sein Engagement als Präsident des Wirtschaftsverbandes "Emerging Biopharmaceutical Enterprises". 

 
Weiterführende Informationen
Downloads

Who is Who in biotech?

Ergebnisse der Leserumfrage aus Nature Biotechnology (Vol. 24, März 2006) Download PDF (508 KB)