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Wochenrückblick KW 47

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Als bisher einzige genetisch veränderte Tiere sind in den USA leuchtende Aquariumfische zugelassen. Sie sind in drei fluoreszierenden Farben zu haben. Quelle: Glofish

24.11.2008  - 

biotechnologie.de hat für Sie aktuelle Nachrichten zur Biotech-Branche aus den vergangenen Tagen zusammengefasst:


 

Bonner Forscher identifizieren neuen Mechanismus bei Alzheimer +++ Sartorius Stedim unterstützt Biotechnologie-Studiengang der FH Bielefeld +++ Amerikanische Geheimdienste investieren in deutschen Genom-Spezialisten febit +++ FDA regelt Zulassung von gentechnisch veränderten Tieren +++ Freie Radikale lassen T-Zellen erlahmen +++ Rekordinvestition in Antikörper-Entwickler Ganymed

 




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NewsSchnittmuster von molekularen Scheren gezielt beeinflussen

News: Neuer Ansatz der Alzheimer-Therapie: Hemmstoff per Anhalter in die Zelle bringen

Menschen: Tobias Hartmann: Alzheimer aufhalten

Bonner Forscher identifizieren neuen Mechanismus bei Alzheimer: Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Federführung der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn haben ein weiteres Stück des Alzheimer-Puzzles entschlüsselt. Wie die Forscher im Journal of Neuroscience (12. September 2008,  Vol. 46, S. 12097-12106) melden, geht es um die Rolle der Präsenilin-Moleküle, die in der Membran von Nervenzellen vorkommen. Sie stehen schon seit längerem im Schweinwerferlicht der Alzheimer-Forschung. Zusammen mit anderen Molekülen bildet Präsenilin in der Membran nämlich eine Art Schere, die Eiweiße klein schneidet, um sie in Stücken in die Zelle transportieren zu können. Zerschnitten wird auch ein Eiweiß namens APP. Eines der Fragmente, die dabei entstehen, ist das so genannte beta-Amyloid. Es wird in den Raum zwischen den Hirnzellen abgegeben und bildet dort große Ablagerungen, die Alzheimer-typischen Amyloid-Plaques. Sie gelten als Hauptverursacher der mit Alzheimer einhergehenden Gehirnschädigungen. Um das zu verhindern, wurde bisher versucht, die Funktion der Prasenilin-Schere zu stören. Allerdings ging der Schuss nach hinten los, es kam zu erheblichen Gehirndefekten. Die Forscher aus Deutschland, Belgien, Kanada und den USA konnten nun zeigen, warum: Bei einer Mutation der Präsenilin-Gene verstopft die Zellmembran mit Eiweißen. Die Eiweiße werden nicht mehr weggeräumt und lagern sich auf den Zellen und in den Zwischenräumen ab. Präsenilin ist also möglicherweise für  die Entsorgung von beta-Amyloid und nicht für deren Bildung verantwortlich. "Vielleicht zeigen die Plaques nur, dass bei Alzheimer-Patienten im Alter die Präsenilin-Schere nicht richtig arbeitet", sagt Jochen Walter von der Universität Bonn. Damit wäre ein neuer Ansatzpunkt für mögliche Therapien gefunden.


 

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Mit dem Wintersemester 2006/07 startete an der Fachhochschule Bielefeld der neue Studiengang „Apparative Biotechnologie“. 

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Sartorius Stedim unterstützt Biotechnologie-Studiengang der FH Bielefeld: Der vor zwei Jahren gegründete Studiengang „Apparative Biotechnologie“ der Fachhochschule Bielefeld hat einen neuen Sponsor. Der Göttinger Biotechnologie- und Pharma-Zulieferer Sartorius Stedim Biotech GmbH stattet die Labore der FH Bielefeld mit Bioreaktoren, Reinstwassersystemen und Filtrationsanlagen aus. Im Gegenzug werden Wissenschaftler der FH das Unternehmen bei Schulungen unterstützen sowie Informationen zur Nutzung der neuesten Generation der Sartorius-Geräte zur Verfügung stellen. Der Sponsoringvertrag läuft zunächst über fünf Jahre und beinhaltet neben Geräten auch Vergünstigungen auf Verbrauchsmaterialien der Sartorius Stedim Biotech. „Durch die Kooperation bekommen wir eine in Deutschland bisher einmalige Ausstattung“, sagte Professor Dirk Lütkemeyer von der FH Bielefeld. Auch auf der anderen Seite herrscht Zufriedenheit. Eric Kaltenhäuser, Vice President European Sales bei Sartorius Stedim, begrüßte anlässlich der Vertragsunterzeichnung das neue Studienangebot und verwies darauf, dass maßgeschneiderte Ausbildungsangebote für die Biotech-Industrie zurzeit noch Seltenheitswert hätten: „Mit ihrem Studiengang füllt die FH Bielefeld eine echte Lücke.“




Amerikanische Geheimdienste investieren in deutschen Genom-Spezialisten febit: Der Fonds der amerikanischen Geheimdienste IN-Q-Tel hat sich erstmals an einem deutschen Unternehmen beteiligt. Im Rahmen der vereinbarten Entwicklungszusammenarbeit wird febit die firmeneigene Geniom-Technologie zum Aufspüren von Krankheiten auslösenden Genen auf die spezifischen Anforderungen im Bereich Biosicherheit hin weiterentwickeln. Dabei gehe es besonders darum, die Leistungsfähigkeit der Geniom-Plattform bei der Identifizierung verschiedener Organismen in einem einzigen Assay weiter zu steigern, wie der Leiter der Biosicherheitsaktivitäten bei febit, Anthony Caruso, am 19. November 2008 mitteilte. Der 1999 vom CIA gegründete Fonds In-Q-Tel investiert in sicherheitsrelevante Technologiebereiche wie Bio-, Chemie- und Nanotechnologie, Kommunikation und Infrastruktur, digitale Identitäten und Sicherheit sowie eingebettete Systeme und Energie. Bisher hat sich In-Q-Tel an über 125 Unternehmen beteiligt.

Zur Homepage von In-Q-Tel: hier klicken

Zur Homepage von febit: hier klicken


 

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Die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen sorgt innerhalb der EU seit Jahren für Diskussionen. Derzeit versucht Frankreich, den Einfluss der nationalen Mitgliedsstaaten auf die Zulassungsbehörde zu erhöhen.

DossierDie Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen  

FDA regelt Zulassung von gentechnisch veränderten Tieren: Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Leitlinien für die Zulassung von gentechnisch veränderten Tieren und den damit erzeugten Produkten vorgelegt. Der 25-seitige Entwurf ist hier abzurufen Um künftig eine Zulassung in den USA zu erhalten, sollen die Tiere ähnlichen Anforderungen genügen wie sie schon bei der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen gelten. Die neuen Richtlinien konnten bis zum 18. November öffentlich eingesehen und kommentiert werden (mehr...). So müssen die Hersteller nachweisen, dass die Tiere oder deren Produkte nicht die Sicherheit oder Gesundheit von Mensch und Tier gefährden und die daraus erzeugten Lebensmittel genauso sicher sind wie herkömmliche. Nachgewiesen werden muss auch, dass die Haltung der Tiere oder ihre Markteinführung kein Risiko für die Umwelt darstellt. Die Antragsteller müssen gegenüber der Behörde zudem erläutern, mit welchen Verfahren die neuen Gene eingeführt wurden, woraus die Genmodifikation besteht und dass das neue Merkmal stabil vererbt wird. Unter die Richtlinie fallen Nutztiere für die Lebensmittelproduktion ebenso wie gentechnisch veränderte Tiere, die medizinische Wirkstoffe oder hochwertige Industrieprodukte wie Fasern produzieren. Die meisten Haustiere sind ausgenommen, ebenso wie Versuchstiere und die schon als ungefährlich eingestuften Klone. Das bisher einzige auf dem amerikanischen Markt zugelassene genetisch veränderte Tier ist ein Haustier, und zwar eine besondere Zebrafischmutation, der sogenannte GloFish, der im Dunkeln leuchtet (siehe Foto oben).



Freie Radikale lassen T-Zellen erlahmen: Bestimmte Sauerstoffverbindungen (Freie Radikale), die im Körper bei Krebs, Entzündungen aber auch Alterungsprozessen verstärkt gebildet werden, verändern ein Eiweiß, das die Flexibilität bestimmter Immunzellen steuert. Dadurch können die Zellen ihre vielfältigen Aufgaben im Immunsystem nicht mehr wahrnehmen. Das berichten Forscher  der Universität Heidelberg in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Immunity (Online-Veröffentlichung, 12. September 2008). "Wir konnten jetzt zeigen, wie Sauerstoffradikale auf molekularer Ebene T-Zellen schädigen", sagt die Wissenschaftlerin Yvonne Samstag. Die Sauerstoffradikale oxidieren und stören ein bestimmtes Eiweiß, das so genannte Cofilin. Normalerweise sorgt Cofilin dafür, dass das Zellskelett von T-Zellen sich flexibel umbaut und die T-Zelle somit ihre Form den jeweiligen Anforderungen anpassen kann. "Ist diese Flexibilität gestört, leidet das komplette Immunsystem", sagt Samstag. Nun wollen die Forscher herausfinden, ob die Veränderung von Cofilin bei chronischen Entzündungsreaktionen, Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielt. "Die Oxidation von Cofilin könnte ein Maß dafür sein, wie gut die T-Zellen und damit das Immunsystem eines Patienten funktionieren", meint Samstags Kollege Martin Klemke. Dies könnte in Zukunft für die Diagnose und Therapie bei Krebserkrankungen eine Rolle spielen. So wäre es wäre möglicherweise sinnvoll, bei Krebserkrankungen Sauerstoffradikalen und ihren Auswirkungen auf Cofilin entgegenzuwirken.


 

GO-Bio-Wettbewerb

Im Jahr 2006 starte das BMBF den GO-Bio-Wettbewerb, mit dem Forscher bei der Kommerzialisierung ihrer Ideen unterstützt werden. Im Augenblick läuft die dritte Runde des Förderprogramms. In der ersten Jahreshälfte 2009 sollen die zehn Gewinner bekanntgegeben werden.

Mehr zu GO-Bio auf biotechnologie.de: hier klicken 

Rekordinvestition in Antikörper-Entwickler Ganymed: Die Ganymed Pharmaceuticals AG hat von Investoren insgesamt 65 Millionen Euro erhalten. Das gab der Mainzer Antikörperspezialist am 18. November 2008 bekannt. Die Finanzierungsrunde ist die größte Finanzspritze für ein Biotechnologie-Unternehmen, die es in Deutschland bisher gegeben hat. Hauptinvestor ist die ATS Beteiligungsverwaltung GmbH in München, das Investitionsvehikel der Brüder Strüngmann, die seit dem Verkauf des Generika-Spezialisten Hexal AG an Novartis über ein Milliardenvermögen verfügen. Außerdem haben sich die Frankfurter Future Capital AG und die MIG Verwaltungs AG in München beteiligt. Ganymed will mit dem Geld die Antikörperpipeline gegen solide Tumoren weiter ausbauen. Noch in diesem Quartal soll der monoklonale Antikörper Claudiximab (iMAB362) gegen metastatischen Magen- und Speiseröhrenkrebs in die klinische Erprobung gehen. Weitere fünf Antikörperprojekte gegen Brust-, Dickdarm-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs befinden sich im Moment in der präklinischen Entwicklung. Ganymed wurde 2001 unter anderem vom Mainzer Forscher Ugur Sahin gegründet. Im Jahr 2006 wurde Sahin zudem in der ersten Runde des BMBF-Wettbewerbs GO-Bio ausgezeichnet, und zwar für die Entwicklung von Krebsimpfstoffen auf der Basis von Ribonukleinsäuren (RNA) (mehr...).

Zur Homepage von Ganymed: hier klicken 

 

Wochenrückblick

Wochrückblick mit den interessantesten Nachrichten der letzten Tage.

Am Anfang jeder Woche fassen wir für Sie aktuelle Nachrichten aus der Biotech-Branche zusammen. Sie suchen nach Nachrichten aus vergangenen Wochen? Stöbern Sie in unserer Rubrik Wochenrückblick!


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Förderbeispiele

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Sie möchten erfahren, in welche Forschungsprojekte öffentliche Gelder fließen? Unter der Rubrik Förderbeispiele stellen wir regelmäßig öffentlich geförderte Forschungsvorhaben inhaltlich vor.


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