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Wochenrückblick KW 03

Ist die Sojapflanze von dem Pilz befallen, bilden sich auf der Blattunterseite rötlich-braune Pusteln. Aachener Forscher wollen pflanzeneigene Resistenzen mobilisieren. <ic:message key='Bild vergrößern' />
Ist die Sojapflanze von dem Pilz befallen, bilden sich auf der Blattunterseite rötlich-braune Pusteln. Aachener Forscher wollen pflanzeneigene Resistenzen mobilisieren. Quelle: APS Press

19.01.2009  - 

biotechnologie.de hat für Sie aktuelle Nachrichten zur Biotech-Branche aus den vergangenen Tagen zusammengefasst:


 

Münchener-Forscher bestätigen Krebs-Strategie von Micromet +++ Aachener Molekularbiologen forschen an der rostfreien Sojabohne +++ Epilepsie offenbar durch Chromosomen-Lücken verursacht +++ Mittelständler bündeln Saatgut-Forschung +++ Umwelttechnologie neues Zugpferd der deutschen Wirtschaft +++ BIO Deutschland spendet 18.000 Euro für seltene Erkrankungen



 

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News: Micromet weckt Hoffnungen bei Pharmaindustrie

Münchner-Forscher bestätigen Krebs-Strategie von Micromet: Krebszellen stammen von normalen Körperzellen ab und sind deshalb vom Immunsystem wie auch der Medizin so schwer zu bekämpfen. Einige Unterschiede - die als therapeutische Angriffspunkte dienen könnten - gibt es aber. So wird etwa das Transmembranprotein EpCAM, kurz für "Epithelial Cell Adhesion Molecule", besonders häufig und in stark erhöhter Zahl Tumorzellen produziert. Bislang war unklar, welche molekularen Funktionen EpCAM in den Tumorzellen übernimmt. Ein internationales Team unter der Leitung Dr. Olivier Gires vom Helmholtz Zentrum München und von der Ludwig Maximilians-Universität München konnte nun in Zusammenarbeit mit dem Münchner Biotech-Unternehmen Micromet zeigen, wie das Molekül die Zellteilung - und damit das Krebswachstum - fördert. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology (Online-Veröffentlichung, 11. Januar 2009). Aus vorhergehenden Untersuchungen wussten Gires und Kollegen schon, dass EpCAM für die Bildung des Krebsgens c-myc verantwortlich ist. Jetzt haben sie herausgefunden, wie das genau funktioniert: Durch zwei Enzyme wird EpCAM in zwei Teile gespalten. Der außerhalb der Zelle befindliche Anteil EpEX löst sich ab. Der in der Zelle freigesetzte Teil EpICD wandert über mehrere Schritte in den Zellkern und reguliert dort die Aktivität von c-myc und anderen Genen. "Bislang wurde EpCAM vorwiegend als relativ reaktionsträges Molekül gesehen, das nur für den Zusammenhalt von Zellen wichtig ist", so Gires. "Diese Sichtweise sollte sich jetzt gründlich ändern." Die Forscher hoffen dank der neuen Erkenntnisse die EpCAM-Antikörper, an denen Micromet schon arbeitet, noch weiter anpassen zu können. Micromet sieht sich durch die Untersuchungen in ihrer Strategie betätigt.


 

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Wochenrückblick: Soja-Genom entschlüsselt

Aachener Molekularbiologen auf der Suche nach der rostfreien Sojabohne: Die Sojabohne ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen der Welt. Die globale Ernte betrug laut der UN-Ernährungsbehörde FAO im vergangenen Jahr über 200 Millionen Tonnen. Doch ein Pilz, der rote Pusteln auf den Blättern verursacht, sorgt in einigen Gebieten für empfindliche Ernteausfälle. Die Mikrobiologen Uwe Conrath und Ulrich Schaffrath von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen haben nun ein Gen identifiziert, dass dem Sojabohnen-Rost offenbar beim Eindringen in die Pflanze hilft, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Molecular Plant-Microbe Interactions (2008, Vol. 21, Nr.11, S. 1421-1430) berichten. Die Entdeckung gelang mit Untersuchungen an einer beliebten Modellpflanze der Molekularbiologen, der Ackerschmalwand. Eigentlich ist Arabidopsis thaliana von Natur aus resistent gegen den Rostbefall. Doch die Forscher stießen auf eine Variante, bei der die Immunität gegen den Pilz weniger stark ausgeprägt war. Diese schwächelnden Pflanzen wiesen alle eine bestimmte Veränderung am pen3-Gen auf. "In den nächsten Wochen und Monaten werden wir Samen der pen3-Mutante genetisch weiter verändern", erklärt Conrath das weitere Vorgehen. "Die nachwachsenden Pflanzen, die dann einen veränderten Gencode aufweisen, werden wir mit Sojabohnen-Rost infizieren - in der Hoffnung, so das Gen zu finden, das die Rost-Resistenz bedingt." In zwei oder drei Jahren, so schätzt der RWTH-Biologe, werden die so genannten "Kandidaten-Gene" diagnostiziert sein. Dies wäre ein Durchbruch auf dem Weg, Sojabohnenpflanzen durch gezielte Eingriffe dauerhaft gegen den Rostbefall immun zu machen.



Epilepsie offenbar durch Chromosomen-Lücken verursacht: Kleine Fehler auf dem Chromosom Nummer 15 erhöhen das Risiko, an einer bestimmten Form von Epilepsie zu erkranken. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ingo Helbig, Universität Kiel und Klinik für Neuropädiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, in der Zeitschrift Nature Genetics (Online-Veröffentlichung, 11. Januar 2009). Bisher wurden die Lücken an dem entsprechenden Chromosom, so genannte Mikrodeletionen, nur mit Krankheiten wie geistiger Behinderung, Autismus oder Schizophrenie in Verbindung gebracht. Die Untersuchungen weisen nun darauf hin, dass die Mikrodeletionen mit der Erkrankung an idiopathisch generalisierter Epilepsie zusammenhängen. Diese Form der Epilepsie entsteht ohne äußere Einflüsse und macht rund ein Drittel der Erkrankungen insgesamt aus. Die Forscher des "Epicure"-Konsortiums entdeckten bei 12 von 1223 Patienten mit idiopathischen Epilepsien Fehler am Chromosom, während keine der 3699 Kontrollpersonen diese Eigenart aufwies. Die Forscher hoffen, dass das Wissen um den neu entdeckten Gendefekt eine gezielte Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung erblich bedingter Epilepsie ermöglicht. Bisher liegen fast ausschließlich Genfunde vor, die mit den selteneren Formen der Epilepsie in Verbindung stehen. Der Epicure-Verbund wurde im Jahr 2004 von Wissenschaftlern der Philipps-Universität initiiert; über 30 internationale Universitäten, Institutionen und Forschungszentren sind daran beteiligt. Die Europäische Union fördert das Verbundprojekt seit 2007 mit 9,8 Millionen Euro.



Mittelständler bündeln Saatgut-Forschung: Fünf mittelständische Saatgutunternehmen wollen in Zukunft ihre Forschung bündeln. Dazu gründeten die Firmen DSV, Nordsaat, NPZ, SaKa und Strube die "German Seed Alliance". In einem ersten Schritt zieht es die Allianz nach Russland. "Dort ist der Bedarf an Saatgut hoch und deutsche Qualität sehr gefragt", sagte Kartz von Kameke, Geschäftsführer der SaKa. In Russland will der Verbund demnächst auch eine Versuchs- und Zuchtstation für Anbauversuche und Sortenprüfungen errichten. Russland ist zwar einer der größten Getreideproduzenten der Welt, allerdings bleibt die Produktivität pro Hektar noch deutlich unter den Möglichkeiten zurück. Auch in Osteuropa erwarten sich die deutschen Saatgut-Unternehmen besonders mit Weizensorten, die speziell auf die dortigen Bedingungen angepasst wurden, "beträchtliche" Markt- und Absatzpotentiale, wie es in der gemeinsamen Pressemitteilung heißt.

Zur Webseite der German Seed Alliance: hier klicken



 

Umweltwirtschaftsbericht

Der erste Umweltwirtschaftsbericht zieht das Resumee aus zahlreichen Forschungsprojekten der vergangenen Jahre. Die Herausgeber , Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt, wollen die Verknüpfungen zwischen Ökologie und Ökonomie aufzeigen.

Der komplette Bericht: hier klicken

Umwelttechnologie neues Zugpferd der deutschen Wirtschaft: Die Umwelttechnologiebranche wird nach Einschätzung von SPD-Fraktionschef Peter Struck (SPD) infolge der gegenwärtigen Krise an Bedeutung für die deutsche Wirtschaft zunehmen. "In wenigen Jahren schon wird diese Branche in ihrer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sogar die Automobilbranche überholen. Dessen bin ich mir sicher", sagte Struck der "Welt am Sonntag". Die meisten Arbeitsplätze würden dann nicht mehr an der Autobranche hängen, sondern an der Produktion moderner Umwelttechnologien. Schon jetzt genieße dieser Wirtschaftszweig bei den staatlichen Investitionen Priorität. "Wir wollen den deutschen Weltmarktanteil von 30 Prozent noch erhöhen, indem wir mehr Geld für die Forschung ausgeben", kündigte Struck an. Laut dem ersten Umweltwirtschaftsbericht, der am 16. Januar vom Bundesumweltministerium und den Bundesumweltamt veröffentlicht wurde,  hat sich der Umweltschutz in den vergangenen Jahren zu einem Jobmotor für die deutsche Wirtschaft entwickelt. Danach verdienen mehr als 1,8 Millionen Beschäftigte ihr Geld in Branchen, die sich beispielsweise mit alternativen Energien, nachwachsenden Rohstoffen oder Umweltschutztechniken befassen. Umweltminister Sigmar Gabriel sieht sich mit dem Bericht bestätigt, dass Wirtschaftswachstum und gleichzeitiger Umweltschutz sich nicht ausschließen. „Der Umweltwirtschaftsbericht hilft, die Diskussion um das Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft zu versachlichen.“



BIO Deutschland spendet 18.000 Euro für seltene Erkrankungen: Der Unternehmensverband BIO Deutschland spendet den Erlös einer Benefizveranstaltung in Höhe von 18.000 Euro der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e.V). Die Frau des bundespräsidenten und Schirmherrin von ACHSE nahm den Scheck auf Schloss Bellevue in Empfang. "Es ist schön, dass BIO Deutschland die ACHSE so umfassend unterstützt", sagte Köhler bei der Übergabe. "Durch diesen Beitrag kann Menschen mit chronischen seltenen Erkrankungen direkte Hilfe geboten werden". Horst Domdey, Vorstandsmitglied der BIO Deutschland, betonte bei der Gelegenheit die Wichtigkeit, gerade in Krisenzeiten gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen: "Wir möchten mit dieser Spende an die Achse auch im derzeitig schwierigen Wirtschaftsrahmen unsere Verbundenheit mit den Menschen ausdrücken, die unter einer der 7.000 seltenen Erkrankungen leiden". Horst Domdey fügte hinzu, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der kleinen und mittleren Biotechnologie-Unternehmen zielten häufig darauf hin, innovative Medikamente auch für seltene Indikationen zu produzieren und so den alleine in Deutschland insgesamt vier Millionen betroffenen Menschen zu helfen.

Zur Internetpräsenz von BIO Deutschland: hier klicken 

 

Wochenrückblick

Wochrückblick mit den interessantesten Nachrichten der letzten Tage.

Am Anfang jeder Woche fassen wir für Sie aktuelle Nachrichten aus der Biotech-Branche zusammen. Sie suchen nach Nachrichten aus vergangenen Wochen? Stöbern Sie in unserer Rubrik Wochenrückblick!


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