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Wochenrückblick

KW 01

09.01.2012
Der Schimmelpilz Neurospora crassa regelt seinen Tagesrhythmus mit mehr als 1200 Genen.
Quelle: Michael Bender/National Institute of General Medical Sciences

Mitwachsende Herzklappe wird in europaweiten Studien getestet

In einer groß angelegten europäischen Studie werden an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelte, mitwachsende Herzklappen an Patienten getestet.
Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit 5,2 Millionen Euro. An der ESPOIR-Studie nehmen außer der MHH noch sieben große europäische Kinderherzzentren teil.

Rund 200 Patienten mit Herzfehlern sollen in der ESPOIR-Studie behandelt werden.Lightbox-LinkRund 200 Patienten mit Herzfehlern sollen in der ESPOIR-Studie behandelt werden.Quelle: BVMed Bilderpool

Bei den Implantaten, die ein Team um Axel Haverich von der MHH entwickelte, werden von Menschen gespendete Herzklappen in einem aufwendigen Verfahren von ihren Zellen befreit, bis nur noch das Stützmaterial Kollagen übrig bleibt. Die Vorteile: Die Klappen werden nicht wie gewöhnliche Spenderorgane durch das eigene Immunsystem abgestoßen, sie sollen ein Leben lang halten und sogar mitwachsen. Das ist besonders bei Kindern von Vorteil.

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Wochenrückblick: Diskussion um Herzklappen

Wochenrückblick: Zukunftspreis-Nominierung für Axel Haverich zurückgezogen

Wochenrückblick: DFG weist Anschuldigungen gegenüber Herzforscher Axel Haverich zurück

In den kommenden vier Jahren werden in der ESPOIR-Studie insgesamt 200 Patienten mit Herzfehlern mit den sogenannten Homografts behandelt. In Hannover wurden bereits 47 Kindern und Jugendlichen solche Herzklappen implantiert. „Bisher wurde keine Klappe abgestoßen, und es musste noch kein Patient reoperiert werden. Es spricht vieles dafür, dass diese Herzklappen wesentlich länger halten als bisherige, die nicht dezellularisiert wurden – und dafür, dass sie sogar mitwachsen,“, sagte Studienleiter Haverich.
Das Team um den Herzchirurgen war mit dem Projekt „Mitwachsende Herzklappen zur Implantation im Kindesalter“ zunächst für den Deutschen Zukunftspreis 2008 vorgeschlagen worden. Die Nominierung wurde dann aber im Zuge von Patentstreitigkeiten von der damaligen Jury zurückgezogen (mehr...).

©biotechnologie.de/cm

Laborzulieferer Eppendorf kauft Dasgip AG

Der Hamburger Laborzulieferer Eppendorf hat sich  mit einem Millionenzukauf in einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld gestärkt.

Wie am 5. Januar bekannt wurde, wird Eppendorf die Dasgip AG aus Jülich übernehmen. Das einstige Biotech-Startup hat sich auf Minifermenter, also Zuchtbehälter für Mikroorganismen, spezialisiert. Nach Angaben von Dasgip verwenden neun von zehn der großen Pharmakonzerne die parallel geschalteten Kleinfermenter, mit denen auf einfache Art die Anzuchtbedingungen für Zellfabriken in größerem Maßstab getestet werden können. Mit dem Trick der vielen kleinen parallel geschalteten Container umgehen die Unternehmen die Schwierigkeiten, die bei dem Wechsel von kleinformatigen Laborfermentern auf industrielle Großfermenter oft auftreten.

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News: Der Drang zum Produkt - Weltgrößter Kongress für industrielle Biotechnologie

Förderbeispiel: 32 Bioreaktoren auf kleinstem Raum

Weltweit sind mehr als 1.600 dieser Fermenter-Systeme installiert. Über den Kaufpreis für das Unternehmen schweigen sich beide Seiten aus. Für Dasgip-CEO Thomas Drescher kommt der Deal zur rechten Zeit: “Unsere Produkte können nun in allen wesentlichen Teilen der Welt über die Vertriebsorganisation von Eppendorf vermarktet werden.” Die Strategie ist neu: Bisher hatte Dasgip versucht, in Ländern wie den USA, Südkorea, Singapur oder dem Asien-Pazifik-Raum mit jeweils unterschiedlichen Vertriebspartnern Fuß zu fassen. Neben den Mini-Fermentern hat Dasgip noch mehr zu bieten: Das 1991 ursprünglich als Software-Spezialist gegründete Unternehmen hatte vor einiger Zeit mit einer Applikation für das iPhone aufhorchen lassen, mit der Fermenter von einem beliebigen Ort aus gesteuert werden können. Eppendorf hatte schon seit längerem angekündigt, auch über Zukäufe wachsen zu wollen. Das Unternehmen hat dafür rund 90 Millionen Euro an Barreserven in der Kasse.

©biotechnologie.de/cm

Innovative Medicines Initiative: Online-Fragestunde zur fünften Runde

Die europäische „Innovative Medicines Initiative (IMI)“ wird in den nächsten Wochen die fünfte Förderrunde ausschreiben. Für Interessierte gilt es daher, sich rechtzeitig vorzubereiten.

Deutsche Forscher, die sich an der Initiative zur Förderung von Forschungspartnerschaften zwischen akademischen Einrichtungen und Unternehmen in der biomedizinischen Forschung beteiligen wollen, können sich in einer Online-Veranstaltung  am 27. Januar von 10 bis 11:20 Uhr genauer über die Ausschreibung informieren. Veranstaltet wird die Infoveranstaltung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit dem Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), der Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU) sowie der Nationalen Kontaktstelle Lebenswissenschaften (NKS-L). Zunächst wird Matthias Gottwald von Bayer Healthcare auf die bisherigen Förderrunden zurückschauen, Jörg Hüser (Bayer Healthcare) und Bernd Stowasser (Sanofi) stellen die voraussichtlichen Themenschwerpunkte der neuen Förderrunde vor. Die NKS-L informiert darüber, wie sie deutsche Antragsteller unterstützen kann. Eines der wichtigsten Ziele dieses Informationsangebots ist es, Interessenten bei der Suche nach Partnern für ein Projektkonsortium zu helfen. Ein weiteres Angebot, das die Kontaktaufnahme mit möglichen Kooperationspartnern erleichtern soll, ist die IMI Partnering Plattform, für die sich Interessierte nun auch für die fünfte Runde registrieren lassen oder ihr Profil aktualisieren können (zur Partnering Plattform: hier klicken). Die Technologieplattform „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) ist eine europäische Förderinitiative, die die pharmazeutische Forschung und Entwicklung in Europa attraktiver machen will, um so innovative Therapien schneller zum Patienten bringen zu können. Die 2007 offiziell gestartete IMI funktioniert in Form eines Public-Private Partnership-Modells zwischen EU-Kommission und dem Verband der europäischen Pharmaindustrie (EFPIA). Bis 2017 stellt die IMI ein Fördervolumen von zwei Milliarden Euro bereit. Die europäischen Gelder stammen aus dem Budget für das siebte Forschungsrahmenprogramm und sollen europäischen Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen, die in Kooperationsprojekten zusammenarbeiten, zugute kommen.

Mehr zum IMI-Onlineseminar am 27.1 und zur Anmeldung: hier klicken

Mehr zur 5. Runde auf der offiziellen IMI-Website: hier klicken


© biotechnologie.de/pg

8,8 Millionen Euro für Apogenix

Jahresauftakt nach Maß bei der Apogenix AG: Insgesamt 8,8 Millionen Euro fließen nach Kapitalerhöhung und Förderzusage in die Kassen des Heidelberger Apoptose-Spezialisten.

 APG101 wird derzeit zur Behandlung des myelodysplastischen Syndroms unud des Glioblastoma multiforme entwickelt.Lightbox-LinkAPG101 wird derzeit zur Behandlung des myelodysplastischen Syndroms unud des Glioblastoma multiforme entwickelt.Quelle: Apogenix AG 

Am 3. Januar gab das Unternehmen bekannt, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2,3 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Substanz APG101 zur Verfügung stellt. Zwei Tage darauf öffneten auch die Investoren noch einmal ihre Taschen. Mittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro brachte eine Kapitalerhöhung, an der sich die dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie die Unternehmensgründer und Geschäftsführer von Apogenix  beteiligten.

Mit dem Geld will Apogenix die Entwicklung des antikörperbasierten Fusionsproteins in der Indikation Myelodysplastisches Syndrom (MDS) vorantreiben. Bei diesem Leiden kommt es zu einer Störung der Blutbildung, so dass aus Blutstammzellen keine reifen, funktionstüchtigen Blutkörperchen mehr entstehen. Die BMBF-Mittel nutzt Apogenix fürgrundlegende Arbeiten. Die

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Förderbeispiel: Innovative Therapieverfahren - Gehirntumore vom Wuchern abbringen

Wochenrückblick: US-Krebskongress - Deutsche Biotechfirmen präsentieren neue Studienergebnisse

Produktion von klinischem Material sowie der Aufbau eines begleitenden Biomarker-Programms sollen damit bezahlt werden. „Unsere ex vivo-Daten zeigen, dass wir gut zwischen Respondern und Nichtrespondern unterscheiden können,“ sagte Geschäftsführer Thomas Höger. Das Geld aus der Kapitalerhöhung fließt hingegen in die klinische Forschung: Derzeit wird APG101 in der klinischen Phase II für die Behandlung von Hirntumoren, den Glioblastomen (GBM), erprobt. Es gäbe eine realistische Chance, im Jahr 2013 eine weitere Phase II-Studie in der Indikation MDS zu starten, betonte Höger.

Seit der Gründung im Herbst 2005 hat das Unternehmen mehr als 50 Millionen Euro eingeworben und erhielt darüber hinaus öffentliche Fördergelder von mehr als 8 Millionen Euro.

©biotechnologie.de/bk

Knochenmarkkrebs den Nährboden entziehen

Mit der Erforschung einer aggressiven Form von Knochenmarkkrebs, dem Multiplen Myelom, beschäftigt sich ein neues EU-Verbundprojekt.

Das Konsortium trägt den Namen OPTATIO (OPtimizing TArgets and Therapeutics in high-risk and refractory multiple myeloma) konzentriert sich dabei auf die Mikroumgebung des Myeloms. Bisher zielten therapeutische Strategien vor allem auf die Krebszellen selbst ab. Die Forscher von OPTATIO wollen jetzt die Rolle der Mikroumgebung stärker in den Blick nehmen. Sie erhoffen sich dadurch Erkenntnisse über die Resistenzmechanismen des Knochenmarkkrebses. Die Myelomzellen wachsen im Knochenmark in speziellen, auf sie zugeschnittenen Nischen heran. Da sie dort umgeben sind von Bindegewebs- und anderen Zellen, mit denen ein enger Austausch von Botenstoffen stattfindet, werden sie durch ihre Umgebung stimuliert und können sich gleichzeitig vor den Chemotherapeutika verstecken, die eigentlich ihren Zelltod veranlassen sollen.

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News: Genetischer Steckbrief für Leukämiezellen

Wochenrückblick: Wie Leukämiezellen resistent gegen Krebsmittel werden

Möglicherweise kann das Projekt aber auch die Ursachen des Krebses mit aufklären. Myeloma entwickeln sich aus einem unspezifischen Vorstadium, das bei älteren Menschen sehr häufig auftritt – der „Monoklonalen Gammopathie von unbestimmter Signifikanz“. Nur in einem Prozent wird aus diesem unbestimmten Stadium aber auch eine Krebserkrankung. In welcher Weise die Mikroumgebung der Zellen für diese Entwicklung verantwortlich ist, wollen die Forscher ebenfalls herausfinden. Am Ende des multinationalen Projektes sollen auch Substanzen identifiziert werden, welche den für die Krebszellen günstigen Nährstoffaustausch mit der Mikroumgebung stoppen können, ohne das gesunde Knochenmark anzugreifen. OPTATIO ist ein Kooperationsprojekt von deutschen, österreichischen, italienischen, tschechischen, ungarischen, britischen und spanischen Krebsforschungseinrichtungen. Das im Rahmen des 7. EU-Förderprogramms unterstützte Verbundprojekt wird an der Universität Innsbruck koordiniert. Jährlich erkranken rund eine halbe Million vor allem älterer Menschen in den westlichen Industrienationen am Multiplen Myelom. Die Krankheit ist eine Entartung bestimmter Immunzellen, die sich vermehren und das gesamte Knochenmark durchsetzen. Dadurch wird die  Blutbildung gestört und das Skelett beschädigt. Bisher gilt das Multiple Myelom als kaum heilbar.

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Inneres Uhrwerk bei Pilzen entschlüsselt

Ein molekularer Doppelschalter steuert bei Pilzen die innere Uhr.
Forscher des Exzellenzclusters „CellNetWorks“ der Universität Heideberg haben bei Pilzen ein Uhrenprotein entdeckt, welches den Stoffwechsel und das Verhalten an den Tag-Nacht-Rhythmus anpasst.

Der Schimmelpilz Neurospora crassa regelt seinen Tagesrhythmus mit mehr als 1200 Genen.Lightbox-LinkDer Schimmelpilz Neurospora crassa regelt seinen Tagesrhythmus mit mehr als 1200 Genen.Quelle: Michael Bender/National Institute of General Medical SciencesWie die Molekularbiologen in der Fachzeitschrift Molecular Cell (2011, Online-Vorabveröffentlichung) berichten, aktiviert ein „Morgen-spezifisches Uhrenprotein“, der Transkriptionsfaktor WWC, noch vor Sonnenaufgang mehr als 400 Gene. Eines dieser Gene stellt zudem einen Gen-Repressor her, der die ebenfalls vorhandenen 800 „Abend-Gene“ unterdrückt. Im Laufe des Tages wird das Morgenprotein abgeschaltet und damit die Blockade aufgelöst: der Weg ist frei für die Abend-Gene. Auf diese Weise funktioniert die innere Uhr nicht nur bei Pilzen, sondern nach Angaben der Forscher offenbar bei allen Lebewesen, die komplex genug sind. Der einmal gesetzte Rhythmus ist veränderlich, er reagiert zum Beispiel auf das vorhandene Tageslicht. Wie Jetlag-Opfer leidvoll bestätigen können, geschieht das allerdings nur langsam.

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Wochenrückblick: Lichtempfindliches Gen stellt innere Uhr bei Zebrafischen

Menschen: Charlotte Förster - Den Takt des Lebens ermitteln

News: Chronobiologie - So tickt das Immunsystem

Unklar war bisher, wie die innere Uhr auf molekularer Ebene funktioniert. Die Arbeitsgruppe um Michael Brunner am Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg hat das System mit Hilfe des Schimmelpilzes Neurospora crassa entschlüsselt, der als Modellorganismus für die Erforschung der inneren Uhr auf molekularer Ebene gilt. Wie sie nachgewiesen haben, werden mehr als 1.000 Gene des Pilzes vom Transkriptionsfaktor WCC gesteuert. WCC selbst reagiert auf Licht und synchronisiert so den Lebensrhythmus des Pilzes nach dem Tageslicht. Der von WCC gesteuerte Repressor CSP1 steuert die Zusammensetzung der Zellmembran: tagsüber, im Sonnenlicht, wird sie fester und in der kühleren Nacht flüssiger, um den optimalen Austausch von Stoffen sicherzustellen.

©biotechnologie.de/ck



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