ERC: Millionenförderung für 31 Biowissenschaftler in Deutschland
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- Der Europäische Forschungsrat unterstützt mit sogenannten "Starting Grants" europäische Nachwuchsforscher mit durchschnittlich 1,5 Millionen Euro. Quelle: Jorma Bork / pixelio.de
18.09.2012 -
31 Biowissenschaftler an deutschen Forschungseinrichtungen erhalten jeweils eine millionenschwere Förderung durch den Europäischen Forschungsrat (ERC). Der ERC hat mittlerweile die komplette Liste der Nachwuchsforscher veröffentlicht, die sich über einen „Starting Grant“ in Höhe von durchschnittlich 1,5 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre freuen dürfen. Themenübergreifend handelt es sich dabei um 536 Stück, 199 davon kommen aus den die Biowissenschaften. In Summe fördert die Europäische Kommission die Forschung auf dem Kontinent mit fast 800 Millionen Euro. Für die kommende Antragsrunde müssen sich die Forscher auf einige Änderungen einstellen. So sinkt die Gesamtsumme für die Starting Grants auf 400 Millionen Euro. Dafür gibt es aber auch ein neues Förderprogramm.
Insgesamt 800 Millionen Euro standen dem ERC in der aktuellen Ausschreibungsrunde zur Verfügung, damit war das Budget um 17 Prozent höher als bei der vergangenen Runde. 536 der mehr als 4.741 eingereichten Anträge erhielten nun eine Förderzusage. Damit sank die Förderquote das dritte Jahr in Folge auf nun 11,3%. Diese Daten belegen, dass die ERC Starting Grants auch 2012 auf reges Interesse stießen. Im Auswahlprozess werden besonders innovative und riskante Forschungsvorhaben unterstützt, die auf internationalen Kooperationen aufbauen. Eine hochkarätig besetzte Jury von Wissenschaftlern aus aller Welt bewertet die Projekte ausschließlich nach deren wissenschaftlicher Qualität. Die meisten der jeweils mit bis zu zwei Millionen Euro geförderten Projekte werden im Vereinten Königreich verwirklicht (131). Auf den Plätzen folgen Deutschland (78), Frankreich (73) und die Niederlande (51).
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Auch ausländische Forscher können gefördert werden
Mit diesem Forschungsprogramm zielt die Europäische Kommission auf exzellente Forscher aus der ganzen Welt. Der Projektstandort muss allerdings in einem europäischen Land sein. 2012 kamen die Bewerber aus 41 Ländern. Mengenmäßig wird die Liste von den Deutschen angeführt (92). Es folgen Briten (68), Franzosen (67) und Italiener (42). Wenn sie das Geld annehmen, werden unter anderem 18 US-Amerikaner und 13 Chinesen ihre Zelte in Europa aufschlagen.
Wie in den vergangenen Jahren entfielen etwa ein Drittel der abgegebenen (34,9%) und der genehmigten (37,1%) Anträge auf die Lebenswissenschaften. Die Liste der 199 abgesegneten Vorhaben kann online eingesehen werden (mehr...). Die restlichen Projekte stammen aus den Bereichen „Physik und Ingenieurwesen“ sowie „Sozial- und Geisteswissenschaften“. Etwas angestiegen ist auch die Zahl der Zusagen für Antragsteller an deutschen Forschungsinstituten. Hatten letztes Jahr in der Kategorie „Life Sciences“ 28 deutsche Arbeitsgruppenleiter den „Starting Grant“ ergattert, so ist die Zahl nun auf 31 angewachsen.
Deutsche Bio-Projekte ungleich verteilt
Im Bereich der Lebenswissenschaften wurden 1.653 Anträge eingereicht. Der Beurteilung in einem Peer-Review-Prozess hielten 199 Projekte stand. Unter diesen befinden sich auch 31 Forschungsvorhaben aus Deutschland. Innerhalb Deutschlands ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auffällig. Während sich Baden-Württemberg elf und Bayern sieben Starting Grants sichern konnten, gingen die nördlichen Bundesländer bis auf einen einzigen erfolgreichen Antrag aus Göttingen leer aus. Weiterhin werden über die nächsten fünf Jahre jeweils vier Projekte aus Nordrhein-Westfalen und Hessen, zwei aus Sachsen und je eines aus Berlin und dem Saarland vom ERC gefördert. Bricht man die Daten auf die Institution herunter, an der der Antragsteller forschen wird (siehe Tabelle), dann sticht insbesondere die Max-Planck-Gesellschaft hervor. Zwölf Projekte werden deutschlandweit an ihren Instituten ihre Heimstätte finden.
Antragsprozess ändert sich 2013
Der ERC ist eine 2007 von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. Der Europäische Forschungsrat fördert mit den ERC-Starting Grants Projekte von herausragenden Nachwuchswissenschaftlern. Dabei werden besonders innovative und riskante Forschungsvorhaben unterstützt, die auf internationalen Kooperationen aufbauen. In der Regel 1,5 Millionen, in Ausnahmefällen bis zu 2 Millionen Euro stehen dem Forscher dann in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung.
Die nächste Ausschreibungsrunde zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern ist bereits gestartet. Noch bis zum 17. Oktober 2012 können sich Forscher, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, um die hochdotierten ERC Starting Grants bewerben. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gibt es allerdings eine Reihe von Änderungen (mehr...). Statt wie bisher zwei bis zwölf Jahre darf die Promotion in der nächsten Ausschreibungsrunde nur zwei bis sieben Jahre zurückliegen. Für all jene, deren Promotion sieben bis zwölf Jahre her ist, wurde ein neues Förderprogramm mit dem Namen „Consolidator Grant“ geschaffen. Für die Starting Grants steht mit 400 Millionen Euro somit auch nur die Hälfte der Summe des Jahres 2012 bereit.
| Forschungseinrichtung | Anzahl der ERC-Starting Grants 2012 in den Life Sciences |
| Universitäten | 15 |
| Max-Planck-Gesellschaft | 12 |
| European Molecular Biology Laboratory (EMBL) | 2 |
| Leibniz-Gemeinschaft | 1 |
| Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung | 1 |
Quelle: ERC 2012, komplette Liste als PDF (Download)