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Gentechnik-Mais: Pollen schadet Bienen nicht

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Arbeiterin mit prallgefüllter Pollenhose. Damit schleppt sie den Pollen zum Stock, der dort zum Futtersaft für die Larven weiterverarbeitet wird. Quelle: JPW.Peters/pixelio.de

09.04.2013  - 

Der Pollen von gentechnisch verändertem Mais ist offenbar unschädlich für Honigbienen. Zu diesem Schluss sind Insektenforscher um Christoph Tebbe vom staatlichen Thünen-Institut für Biodiversität und Kollegen der Universität Würzburg nach einem zwei Jahre laufenden Feldstudie gekommen. Die Insektenforscher berichteten über die Ergebnisse des zweijährigen Freilandversuches im Fachjournal Plos One (2013, Online-Veröffentlichung).

 

Die in den Versuchen verwendete Maisvariante trug in seinem Erbgut die Bauanleitung für drei Proteine des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt-Mais), das für die Bildung verschiedener natürlicher insektenschädlicher Eiweiße verantwortlich ist. Auf diese Weise ist die Pflanze gegen bestimmte Schädlinge geschützt, sodass das Versprühen zusätzlicher Pestizide überflüssig wird. Um die Schädlichkeit der Bt-Pollen zu prüfen, legten die Wissenschaftler Felder an, auf denen in abgegrenzten Bereichen Bienenvölker einerseits ausschließlich mit herkömmlich gezüchtetem Mais und andererseits mit dem genveränderten Mais gehalten wurden. Mit Flugkäfigen begrenzten sie das Nahrungsangebot der Bienenvölker auf die jeweilige Maissorte. Der Feldversuch fand zwischen 2008 und 2010 bei Braunschweig statt.

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Überlebensrate nicht beeinflusst

Besonderes Augenmerk legten die Forscher auf die Ammen-Bienen. Sie nehmen besonders viele Pollen auf und produzieren damit unter anderem den Futtersaft für die Bienenlarven und versorgen die Königinnen mit Nahrung. Im Vergleich zeigte sich, dass weder die Überlebensrate, noch das Körpergewicht oder die Verdauung der Bienen durch die Aufnahme von gv-Maispollen beeinflusst wurden.

Hintergrund

Mehr über den bisherigen Zulassungsprozess für gv-Pflanzen in Europa im Dossier: Die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen

Keine Auswirkung auf Darmflora

Die Tierökologen untersuchten auch die Diversität der Darmbakterien. Dabei viel auf, dass Bacillus thuringiensis auch natürlich im Darm der Bienen vorkommt, sich aber nach derzeitigen Erkenntnissen nicht auf das Wohlbefinden der Bienen auswirkt. Geringe Unterschiede in der Darmflora zwischen den jeweiligen  Bienenvölkern wurden offenbar durch sämtliche untersuchten Maissorten hervorgerufen, unabhängig davon ob konventionell oder gentechnisch verändert.  Die Zusammensetzung der dominanten Bakterienarten im Darm der Bienen mit herkömmlicher Mais-Diät blieb gegenüber den Artgenossen mit gv-Futter unverändert, so die Forscher.

© biotechnologie.de/bs
 

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