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Deutsches Stammzellnetzwerk gestartet

Führende Köpfe des neugegründeten Deutschen Stammzellnetzwerks: Der Bonner Neurobiologe Oliver Brüstle (Präsident), Koordinator Daniel Besser und Andreas Trumpp (Stellv. Vorsitzender).  <ic:message key='Bild vergrößern' />
Führende Köpfe des neugegründeten Deutschen Stammzellnetzwerks (von links): Der Bonner Neurobiologe Oliver Brüstle (Präsident), Koordinator Daniel Besser und Krebsstammzellspezialist Andreas Trumpp (Stellv. Vorsitzender). Quelle: David Ausserhofer/ MDC

07.05.2013  - 

Stammzellforscher in Deutschland bündeln ihre Kompetenzen in einer neuen Gesellschaft: Mit dem am 7. Mai gegründeten „Deutschen Stammzellnetzwerk“ (German Stem Cell Network GSCN) wollen die Wissenschaftler künftig national und international mit vereinter Stimme auftreten und sichtbarer werden. Zum Präsidenten im ersten Jahr wählten die 12 Gründungsmitglieder aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen den Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle. Die Geschäftsstelle mit Koordinator Daniel Besser ist am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch angesiedelt. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Startphase mit rund 300.000 Euro.

„Mit dem Deutschen Stammzellnetzwerk wollen wir aufbauend auf bereits vorhandenen Strukturen eine national und international sichtbare gemeinsame Plattform schaffen“, sagte Daniel Besser anlässlich der Gründung des Netzwerks vor Journalisten in Berlin. Außerdem wolle das Netzwerk Forscher bei der Umsetzung von Projekten unterstützen, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse in die Anwendung beim Patienten überführt werden sollen. Der frisch gewählte Präsident des Netzwerks, der Bonner Neurobiologe und Stammzellpionier Oliver Brüstle, betonte: „Wir wollen das Deutsche Stammzellnetzwerk international und interdisziplinär vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufbauen, die sich mit wissenschafts- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen befassen.“

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Dialogplattform und Ansprechpartner

An der Gründung waren 12 renommierte Stammzellforscher aus ganz Deutschland beteiligt, darunter etwa Hans Schöler aus Münster, Jürgen Hescheler aus Köln und die in Dresden forschende Entwicklungsbiologin Elly Tanaka. Dem jährlich in einem Rotationsprinzip gewählten Vorstand des neuen Vereins gehören neben Brüstle der Krebsstammzellforscher Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und Albrecht Müller von der Universität Würzburg an. Trumpp sagte, Deutschland gehöre in der Stammzellforschung zu den Top-3 neben den USA und Großbritannien. „Bislang gab es hierzulande aber keinen Ansprechpartner und kein sichtbares Netzwerk“, so Trumpp. Das solle sich mit der neuen Dialogplattform nun ändern. Brüstle nannte einige der Anliegen, die die GSCN anpacken wolle. „Wir werden zum Beispiel eine strategische Fachgruppe zum Problem der ungeprüften Therapien einrichten, sie wird sichtbar Stellung zu unlauteren Eingriffen und Fehlentwicklungen beziehen“, so der Bonner Forscher. Wichtige Aufgabe neben der Information von Forschern und der Öffentlichkeit werde es außerdem sein, Förderprogramme auf Bundesebene vorzustrukturieren. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf der Nachwuchsförderung.

Stammzell-Netzwerke

Zur Website des Deutschen Stammzellnetzwerks: hier klicken.

Zum Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW: hier klicken

Doppelstrukturen vermeiden

Die Forscher betonten, das neue Netzwerk werde komplementär zu den bereits vorhandenen Strukturen arbeiten. Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen etwa das mit Landesmitteln geförderte Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW. Im Unterschied zu dem neuen GSCN unterstützt das regionale Netzwerk auch die Einrichtung und die Projekte von Nachwuchsforschergruppen. „Mit dem NRW-Netzwerk ist eine enge Zusammenarbeit geplant“, sagte Brüstle, der selbst im Vorstand des Kompetenznetzwerks sitzt. Das Deutsche Stammzellnetzwerk erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Anschubfinanzierung für die Vernetzung, die im ersten Jahr bei etwas mehr als 300.000 Euro liegt. In den drei Jahren danach sei – nach einer Evaluierung –   eine Co-Finanzierung von 70 Prozent dieser Summe in Aussicht gestellt worden. „Den Rest versuchen wir künftig durch eine Mischfinanzierung, etwa aus Mitgliedsbeiträgen oder Partnerschaften mit der Industrie, aufzubringen“, sagte Besser. Die erste Jahreskonferenz des Deutschen Stammzellnetzwerkes ist vom 11. bis 13. November 2013 in Berlin  geplant. Sie soll insbesondere jungen Talenten aus der Stammzellforschung ein Forum bieten.

© biotechnologie.de/pg

 

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