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Wochenrückblick KW 19

11.05.2015

Hepatitis-C-ähnliches Virus in Rindern aufgetaucht

Das neu entdeckte Hepatitis-C-Virus konnte in mehreren Viehbeständen in Nord- und Süddeutschland nachgewiesen werden. <ic:message key='Bild vergrößern' />
Das neu entdeckte Hepatitis-C-Virus konnte in mehreren Viehbeständen in Nord- und Süddeutschland nachgewiesen werden. Quelle: uschi dreiucker / pixelio.de

Virologen haben ein in Rindern weitverbreitetes Virus aufgespürt, das dem Hepatitis-C-Erreger des Menschen ähnelt. Offenbar besteht für Menschen keine Ansteckungsgefahr.

Mehr als 180 Millionen Menschen sind weltweit an Hepatitis C erkrankt. Der Erreger ist nur über direkten Blutkontakt übertragbar und kann chronische Leberentzündung verursachen, die bis zu Leberversagen oder Leberkrebs führen. Nun haben Virologen vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) einen dem Menschen ähnlichen Hepatitis-C-Erreger in Rindern entdeckt. Ob er die Tiergesundheit beeinträchtigt, ist allerdings noch nicht klar. Die Ergebnisse zweier dazu geführter Studien sind im Fachmagazin Journal of Virology erschienen.

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Das neu entdeckte Virus gehört wie das Hepatitis-C-Virus zur Gruppe der Hepaciviren. Forscher konnten diesen Erreger auch schon bei Fledermäusen, wildlebenden Nagetieren und Pferden entdecken. Selbiger Erreger konnte nun in Viehbeständen in Nord- und Süddeutschland nachgewiesen werden, wie die Forscher im Journal of Virology (2015, Online-Vorabveröffentlichung) berichten. „Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr für den Menschen“, versichert  Paul Becher vom Institut für Virologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). An der Untersuchung beteiligt waren neben der TiHo, das Heinrich-Pette-Institut des Leibniz-Instituts für Experimentelle Virologie in Hamburg (HPI) und des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Mittels einer Hochdurchsatz-Sequenziertechnik, die vor zwei Jahren am HPI etabliert wurde, konnten die Wissenschaftler den molekularen Fingerabdruck aufspüren. Einen ebenfalls dem HCV ähnlichen Erreger konnten kürzlich Virologen aus Bonn unter Beteiligung der Wissenschaftler aus Hamburg und Hannover auch bei Rindern aus Ghana nachweisen, wie die zweite im Fachmagazin Journal of Virology (2015,Online-Verölffentlichung) erschienene Studie zeigt. Die Infektion scheint bei den Tieren sehr häufig zu sein. „Wir haben 106 Rinder von verschiedenen zufällig ausgesuchten Farmen in Ghana untersucht. In neun Tieren konnten wir die Viren nachweisen“, sagt Jan Felix Drexler, Virologe der Universität Bonn. Welche Symptome die Rinderviren in den Tieren verursachen, ist bislang noch unklar. Es gibt aber Hinweise, dass sie sich auch dort in der Leber vermehren. Inwieweit die Tiere dadurch gesundheitlich beeinträchtigt werden, wollen die Bonner Virologen gemeinsamen mit den Kollegen in Hamburg und Hannover demnächst untersuchen.

© biotechnologie.de/bb

Die wichtigsten Nachrichten aus der Biotech-Branche

 

Halle: Experten diskutieren über Bioökonomie

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Experten aus verschiedenen Ländern diskurtierten auf der zweitägigen Konferenz in Halle über Bioökonomie. Quelle: Bioeconomy Conference

Bei der International Bioeconomy Conference in Halle (Saale) stand auch in diesem Jahr die nachhaltige Pflanzenproduktion im Fokus. Als Partnerland firmierte Großbritannien.

Auf dem  Treffen vom 6. bis 7. Mai  im Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle (Saale) diskutierten Experten aus Wirtschaft und Industrie über Bioraffineriekonzepte, biobasierte Produkte sowie über die übergreifende Wirkung biobasierter Ansätze auf Wirtschaft und Gesellschaft. Veranstaltet wurde die Konferenz vom WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) und dem BMBF-Spitzencluster BioEconomy.

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Dabei stand auch in diesem Jahr das Thema „Nachhaltige Pflanzenproduktion“ im Fokus der Veranstaltung. „Pflanzen stehen am Beginn vieler Wertschöpfungsketten. Wissenschaftliche Innovationen in dem Bereich der erneuerbaren pflanzlichen Ressourcen versprechen daher, gewinnbringend für die Bioökonomie zu sein“, stellte Klaus Pillen, Co-Sprecher des WissenschaftsCampus Halle, fest. Gastredner des Partnerlandes Großbritannien, wie China Williams von Royal Botanic Gardens, referierten über die Bemühungen, Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel „grüner“ zu gestalten. Léon Broers, Vorstand bei der KWS Saat AG und Mitglied des Bioökonomierates, hob die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie hervor. Neben Ernährungssicherungs- und deren sozioökonomischen Aspekte wurde auch über die energetische und stoffliche Nutzung von Biomasse diskutiert. Fraunhofer-Forscher Thomas Hirth vom Spitzencluster BioEconomy  zeigte sich überzeugt, dass „Non-Food-Biomasse für viele Industriezweige der Rohstoff der Zukunft ist“. Dass der Rohstoffwandel auch in Deutschland schon begonnen hat, zeigen Hirth zufolge erste integrierte Pilotanlagen am traditionellen Chemiestandort Leuna. „Die Bioökonomie bietet neue Märkte und Wachstumschancen, die wir nutzen wollen“, resümierte Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens auf der Bioökonomiekonferenz. Mit dem Branchentreffen will das Bundesland seine Rolle als Modellregion der Bioökonomie nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa unterstreichen. Insbesondere bei Anbau und Verwertung von Biomasse sieht sich Sachsen-Anhalt als Vorreiter. Das Land habe mit einer modernen Agrarwirtschaft, einer breiten Forschungsbasis mit Schwerpunkten wie den Pflanzenwissenschaften beste Voraussetzungen, sich den Zielen der Nationalen Forschungsstrategie „BioÖkonomie 2030“ der Bundesregierung zum Aufbau einer stärker biobasierten Wirtschaft zu stellen, versicherte Aeikens. Die 5. Ausgabe der Konferenz findet im Juni 2016 in Halle (Saale) statt.

© biotechnologie.de/bb

Die wichtigsten Nachrichten aus der Biotech-Branche

 

Bayer beteiligt sich an Wagniskapital-Fonds

Bayer will seiner Agrar-Sparte Cropescience den Zugriff auf neue Technologienen in der Landwirtschaft sichern. <ic:message key='Bild vergrößern' />
Bayer will seiner Agrar-Sparte Cropescience den Zugriff auf neue Technologienen in der Landwirtschaft sichern. Quelle: Bayer AG

Der Bayer-Konzern investiert in den Flagship Ventures Fund V und will damit seiner Agrarsparte Cropscience den Zugriff auf neue Technologien sichern.

Die Fonds der Wagniskapital-Firma Flagship Ventures mit Sitz in Cambridge an der US-Ostküste waren bisher vor allem auf Start-ups im Bereich Gesundheit fokussiert. Zusammen mit Bayer soll beim Flagship Venture Fund V nun vermehrt auf Ideen aus dem Bereich Nachhaltigkeit im Energie-, Wasser-, Landwirtschafts- und Ernährungssektor geachtet werden. Zu den strategischen Investoren gehören neben Bayer auch AstraZeneca und Nestlé Health Science. Das Gesamtvolumen des im März geschlossenen fünften Fonds liegt bei rund 537 Millionen Euro. Mit welchem Anteil sich Bayer beteiligt, wurde zunächst nicht bekannt.

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„Angesichts neuer Herausforderungen in der Landwirtschaft geht auch die Industrie neue, aufregende Wege", sagte Liam Condon, Vorstandsvorsitzender von Bayer Cropscience. „Mit steigendem Schädlingsdruck, zunehmenden Witterungsschwankungen und neuen Verbrauchervorlieben brauchen die Landwirte neue Lösungen zur Steigerung der Erträge und der Qualität.“ Hier setze die neue Fondsbeteiligung an. Ziel sei es, dank Bayers Expertise, ausgemachte vielversprechende Unternehmen an den Markt heranzuführen. „Das Interesse an der Landwirtschaft weitet sich schnell auf unterschiedliche Bereiche wie etwa Genomik, IT/Datenmanagement und Fernerkundungen aus, und wir setzen auf einen frühen Einstieg in diese innovativen Technologien“, so Geoff Kneen, Bayer Cropscience R&D Licensing and New Ventures Manager für Nordamerika. Bereits jetzt investiert die Konzernsparte in großem Umfang in Bereichen wie Züchtung, Entwicklung neuer Eigenschaften sowie biologischer und chemischer Pflanzenschutz. 2014 lag der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben für den Bereich Cropscience bei 27 Prozent, insgesamt wurden 974 Millionen Euro ausgegeben. Für das Jahr 2015 kündigte Bayer auf den Deutschen Biotechnologietagen in Köln Ausgaben in Höhe von 1,1 Milliarden Euro an. Für Bayer ist es nicht das erste Engagement im VC-Bereich. Vor etwa einem Jahr stieg das Unternehmen mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag in den High-Tech Gründerfonds II ein, wenige Monate später, im Herbst 2014, folgte ein Investment über 25 Millionen Euro in den Versant Venture Capital V-Fonds. Da dieser beim Closing im Dezember 2014 305 Millionen US-Dollar statt der ursprünglich angedachten 250 Millionen US-Dollar einsammeln konnte, liegt Bayers Anteil nun bei weniger als 10 Prozent der Gesamtsumme.


© biotechnologie.de/bk

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Diabetes-App: Insulin-Engel auf Kurs

Mit dem Geld des Investors können nun Prototypen gebaut und getestet werden. <ic:message key='Bild vergrößern' />
Mit dem Geld des Investors können nun Prototypen gebaut und getestet werden. Quelle: Insulin Angel

Die Crowdfunding-Kampagne „Insulin Angel“ brachte zwar nicht den gewünschten Erfolg. Nun sorgt aber ein neuer Investor offenbar doch noch für Schwung in dem Diabetes-App-Projekt.

Mit der Zielsumme von 55.000 US-Dollar hätte die Produktion des Temperatur- und Bewegungssensors und die Programmierung der dazugehörigen iOS- und Android-Apps finanziert werden sollen. Das Zusammenspiel der beiden Elemente soll Diabetikern dabei helfen, das Management ihrer Insulin-Medikamentation zu vereinfachen. Dafür hätten sich etwa 1.000 Interessierte auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo finden müssen, die 42 US-Dollar für die Sensor-App-Kombination auf den Tisch legen.

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Kurz vor Ende des Zeitfensters von einem Monat waren aber nur 183 Unterstützer mit von der Partie und etwas mehr als 10.000 US-Dollar im Topf des deutsch-britischen Projekts. Initiator Amin Zayani zog daher die Reißleine. Trotzdem fällt sein Fazit positiv aus: „Wir haben dennoch viele Ziele der Kampagne erreicht, vor allem eine stetig wachsende Gemeinschaft von Unterstützern. Außerdem sind wir auf einem guten Weg, die nötigen Ressourcen über einen anderen Weg zu finden.“ Zayani berichtet in einem Blogbeitrag von einem privaten Investor, der über die Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo auf Insulin Angel aufmerksam wurde und daraufhin Geld in die Idee steckte. Auch wenn die Massenproduktion des Sensors erst einmal nicht machbar ist, so kann Zayani nun zumindest genügend Prototypen bauen lassen, damit die zu entwickelnden Apps von der Community auf Herz und Nieren geprüft werden können. Obwohl alle Unterstützer ihr Geld – wie bei nicht erfolgreich abgeschlossenen Indiegogo-Projekten üblich – zurückbekommen, sollen die sogenannten Pioniere den Sensor trotzdem erhalten. Die Tester müssen dafür nichts zahlen.

© biotechnologie.de/ml

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