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Neue Antibiotika aus Mangrovenpflanzen

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Ein neu aus Mangrovenpflanzen gewonnener Wirkstoff könnte gegen antibiotikaresistente Keime eingesetzt werden. Quelle: piu700 / pixelio.de

23.11.2015  - 

Die Gefahr einer Infektion im Krankenhaus durch multiresistente Keime ist eine immer häufiger auftretende Komplikation. Die Suche nach Wirkstoffen für neue Antibiotika läuft daher auf Hochtouren. Forscher vom Jenaer Hans-Knöll-Institut am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie sind nun bei der Untersuchung von Bakterien einer Mangrovenpflanze auf einen Wirkstoff gestoßen, der das Potenzial für ein neues Antibiotikum hat.

Immer häufiger verlieren einst wirksame Antibiotika ihre Wirkung. Allein In Deutschland sind es bis zu 15.000 Patienten, die im Krankenhaus an den Folgen einer Infektion mit resistenten Keimen sterben. Nun haben Jenaer Forscher eine vielversprechende Entdeckung gemacht. In den Bakterien der Mangrovenpflanze stießen sie auf eine Substanz, die antibiotikaresistente Keime angreift, ohne jedoch die menschlichen Zellen zu schädigen. Wie das Team um Martin Baunach und Ling Ding im Fachjournal Angewandte Chemie (2015, Online-Veröffentlichung) berichtet, handelte es sich dabei überraschend um einen alten Bekannten, der sich ihnen jedoch in einem völlig neuen Outfit präsentierte. „Teile der Wirkstoffe, die wir gefunden haben, haben frappierende Ähnlichkeit mit den alten Verbindungen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert“, erklärt Naturforscher Baunach. Ähnliche Wirkstoffe, die sogenannten Sulfonamide, wurden bereits vor 100 Jahren wegen ihrer antibakteriellen Wirkung zur Herstellung von Antibiotika eingesetzt. Sie wurden und werden jedoch bis heute synthetisch hergestellt.

Neuartiger Wirkmechanismus

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Umso erstaunlicher war, dass die Jenaer Forscher nun in der Natur, nämlich in den Bakterien von Mangrovenpflanzen, ähnliche Verbindungen fanden. „Schaut man sich dann aber den genauen Aufbau an, so stellt man fest, dass sie sich in einem für die Wirkung wichtigen Abschnitt unterscheiden. Demnach scheint die Natur nicht dieselben Mechanismen zu nutzen, die die synthetischen Stoffe zu solch wirksamen Antibiotika macht – vielmehr handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen neuartigen Wirkmechanismus“, erklärt Baunach.

Erreger unerwartet angreifen

Wie die Forscher berichten, könnte der dem Naturstoff zugrundeliegende abweichende chemische Aufbau für den Einsatz gegen multiresistente Erreger vorteilhafter sein, als die synthetisch hergestellten Sulfonamide. Der Grund: Der Wirkstoff könnte gefährliche Erreger so ganz anders und damit in unerwarteter Weise angreifen.

© biotechnologie.de/bb
 

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