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Digital Health: Diabetes und Krebs im Fokus

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Im Diabetesmarkt werden die Fortschritte von E-Health-Lösungen als erstes für die Patienten sichtbar werden. Quelle: PiotrMarcinski.com – fotolia.com

21.01.2016  - 

Ob Diabetes oder Krebs - immer mehr Pharma- und Biotechfirmen setzen auf digitale Technologien, um den Patienten eine maßgeschneiderte Therapie zu ermöglichen oder sie bei der Behandlung zu unterstützen. Strategische Allianzen mit namhaften IT-Konzernen sind derzeit hoch im Kurs. Die "9th Berlin Conference - Digital Health Solutions" am 12. Februar beleuchtet aktuelle Trends aus europäischer Perspektive.

Sanofi mit Google, Novo Nordisk mit IBM, Medtronic mit IBM, Medtronic mit Samsung, Qualcomm mit Roche und Qualcomm mit Novartis – die vergangenen Monate haben gezeigt, dass große Pharmakonzerne den digitalen Gesundheitsmarkt als Chance erkannt haben. Welche Allianzen aus Pharma-, Medizintechnik- und IT-Industrie die Nase vorn haben werden, ist noch nicht absehbar. Experten gehen davon aus, dass erste Fortschritte vor allem bei Volkskrankheiten zu sehen sein werden. "Digitale Technologien sind sowohl eine Bedrohung als auch eine Chance", ist François Nicolas, Leiter der Sparte Integrated Care, Diabetes and Cardiovascular bei Sanofi überzeugt. Nicolas ist der Eröffnungsredner bei der 9th Berlin Conference „Digital Health Solutions“ am 12. Februar in Berlin. Hier wird er vor allem über das Potenzial der Google-Kooperation für Diabetespatienten sprechen. „Mit den Werkzeugen von Google Life Sciences Analytics wollen wir bestimmten Mustern in den Patientendaten auf die Spur kommen. Am Ende soll jedem Diabetiker ein individuelles Coaching zur Verfügung stehen, das auf die jeweiligen Bedürfnisse eingeht.“ Mithilfe einer Echtzeit­überwachung - so die Idee - könnte eine drohende Über- und Unterzuckerungen so früh wie noch nie erkennbar werden.

Mit E-Health zu verbesserter Lebensführung von Patienten

Ähnliche Ideen werden auch in Deutschland verfolgt. So hat die in Potsdam ansässige Emperra E-Health Technologies GmbH ein Telediabetologie-System entwickelt, das aus Blutzuckermessgerät, Smart Insulin Pen und Auswertungssoftware für Ärzte und Patienten besteht. CTO Janko Schildt sieht den Vorteil seiner Lösung in einer „signifikant vereinfachten und medizinisch entscheidend verbesserten Lebensführung von Diabetes-Patienten“. Gerade erst konnte die 2008 gegründete Firma eine Serie-B-Finanzierung in Höhe von 3,1 Millionen US-Dollar abschließen. Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH ist auch ein neuer Investor an Bord. 

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Andere wiederum erwarten eine größere Effizienz schon bei der Entwicklung neuer Therapien. "Durch die Nutzung von Smart Data können wir die Erfolgsrate in der Forschung und Entwicklung deutlich steigern", ist zum Beispiel Manuel Gea von BMSystems aus Frankreich überzeugt. Mithilfe seiner IT-gestützten Analysetools hilft er Pharmaentwicklern, die richtigen Wirkstoffe aus der Vielfalt an Möglichkeiten herauszufiltern - mit welchen Erfolg, will der Bio-IT-Experte in Berlin anhand von Beispielen berichten.

Digitale Helfer in der Klinik und beim Arzt

Auch bei klinischen Studien kommen vermehrt digitale Helfer zum Einsatz, um die Kommunikation zwischen Arzt und Patient sowie die begleitende Analyse der Daten zu vereinfachen. Andere Biotech-Firmen wiederum arbeiten daran, den Arzt dabei zu unterstützen, für die Patienten die jeweils maßgeschneiderte Therapie zu finden. Denn vor allem bei der Behandlung von Krebs gibt es immer mehr IT-gestützte Technologien, um die Menge an verfügbarten Patientendaten möglichst nützlich einzusetzen.

Zu den Experten auf diesem Gebiet gehört unter anderem die Firma Molecular Health, die erst kürzlich eine neue Finanzierungsrunde vermelden konnte (mehr...) und deren Firmengründer Friedrich von Bohlen auf der Konferenz in Berlin ebenfalls zu Gast sein wird.  Die Firma hat unter anderem die Software Safety Map entwickelt, mit der sich – aufbauend auf dem Wissen verschiedenster Datenquellen wie Literatur oder bisheriger klinischer Studien – Nebenwirkungen von neuen Medikamentenkandidaten bestimmen lassen. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat sich bereits die Lizenz der Software gesichert und inzwischen ist man dabei, auch erste Verträge mit der Pharmaindustrie zu schließen. Für Ärzte hält die Heidelberger Firma wiederum eine Technologie parat, die ihm die individuell beste Krebstherapie für Patienten vorschlägt.

Von der Bio-IT-Forschung zum Markt

Einblicke in die Bio-IT-Forschung am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam sowie am französischen Institut national de recherche en informatique et en automatique (INRIA) wird es auf der Konferenz ebenso geben. So arbeiten die Forscher um Matthieu Schapranow am HPI sehr eng mit Firmen aus der Pharma- und Biotechindustrie zusammen, um die Auswertung großer Datenmengen in der medizinischen Forschung zu vereinfachen. Dies gilt zum Beispiel für die Krebsmedizin: Schapranow hat unter anderem an der Entwicklung von Tools wie dem HANA-Oncolyzer der IT-Firma SAP mitgearbeitet.

Das Programm zur Konferenz: hier klicken

© biotechnologie.de/sw
 

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