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Aus für U3 Pharma in Martinsried

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Das Biotech-Unternehmen U3 Pharma steht vor dem Aus. Der japanische Mutterkonzern will das Werk in Martinsied schließen. Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

08.03.2016  - 

Der Krebsspezialisten U3 Pharma steht vor dem Aus. Knapp acht Jahre nach der Übernahme durch die japanische Daiichi Sankyo hat die Firmenleitung die Schließung seiner Tochterfirma in Martinsried verkündet. Etwa 40 Mitarbeitern des Biotech-Unternehmens droht die Kündigung.

Die Entscheidung für das Aus des Krebsspezialisten U3 Pharma GmbH fiel im fernen Tokio. Im Juni dieses Jahres soll das Unternehmen in Martinsried endgültig seine Pforten schließen, heißt es. Dort arbeiten etwa  40 Angestellte. „Wir führen aktuell Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern“, teilte Daiichi Sankyo dazu mit.

Einst galt die U3 Pharma aus Martinsried bei München als Hoffnungsträger. Nun will Daiichi das Unternehmen, das es 2008 für rund 150 Millionen Euro erworben hatte, wieder loswerden (mehr...). U3 wurde 2001 von Axel Ullrich, dem ehemaligen Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie gegründet. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von monoklonalen Antikörpern für die Behandlung von Krebs spezialisiert. Ein Mittel gegen Lungenkrebs habe nicht die gewünschten Resultate gebracht, berichtet jetzt die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Firmeninsider. Teile der Forschung will Daiichi Sankyo danach von Tokio aus weiterführen.

Krebsantikörper Patritumab bleibt einziger Kandidat

In den vergangenen Jahren hatte U3 vor allem die Entwicklung des Anti-HER3-Antikörpers Patritumab (U3-1287) in den Indikationen nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC), Brustkrebs und Kopf-Hals-Krebs vorangetrieben. Das Molekül sei ausschlaggebend für die Übernahme gewesen, machten die Daiichi-Verantwortlichen 2008 klar. Gut sieben Jahre später bleibt es der einzige Kandidat von U3 in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung. Gut ein halbes Dutzend weitere Immunmoleküle, die U3 in einer Übersicht zu seiner Entwicklungspipeline anführt, stecken noch in der Frühphase oder präklinischen Tests.

Weitere Umstrukturierungen geplant

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Das Aus für U3 ist Teil eines größeren Umbaus der Forschungsaktivitäten von Daiichi Sankyo. Ziel sei es, die Effizienz zu steigern und Strukturen zu verschlanken, kündigten die Japaner Ende vergangenen Jahres an. Dies könnte auch die Europazentrale in München treffen. Rund 10 Prozent der 300 Beschäftigten könnten betroffen sein, heißt es in einem Medienbericht. Als Auslöser für die Restrukturierungsmaßnahmen wird von Experten der drohende Patentablauf für den Blutdrucksenker Olmesartan gennant. Allein in den USA erreichte Daiichi damit zu Spitzenzeiten einen Umsatz von 2,4 Milliarden US-Dollar. Mit dem Aufkommen von Generika brachen die Umsätze zuletzt auf rund 900 Millionen US-Dollar ein – weitere Rückgänge nicht ausgeschlossen.

© biotechnologie.de/bk
 

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