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Biophotonik: Bluttest weist Alzheimer nach

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Für den frühzeitigen Nachweis von Alzheimer könnte eine Blutprobe in Zukunft ausreichend sein. Quelle: ALEXANDER RATHS - fotolia.de

16.03.2016  - 

Forscher der Universität Bochum haben zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Göttingen und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) einen Bluttest entwickelt, der potenziell auch eine Früherkennung von Alzheimer ermöglicht. Kernstück des neuen Tests ist ein Infrarotsensor, dessen Oberfläche mit Antikörpern besetzt ist, die gegen den Biomarker Amyloid-beta gerichtet sind. Das Gerät misst, ob die Biomarker bereits in der für Alzheimer typischen Weise fehlgefaltet sind, was schon mehr als 15 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome der Fall sein kann. Das Verfahren ist zum Patent angemeldet. Die Forscher berichten im Journal of Biophotonics (2016, Online-Vorabveröffentlichung) über ihre Ergebnisse.

Anfangs arbeiteten die Wissenschaftler mit Proben von Nervenwasser, erweiterten das Verfahren dann aber auch auf die Analyse von Blut. „Dabei selektieren wir nicht nur eine einzelne mögliche Faltung des Peptids, sondern detektieren erstmals die Verteilung aller vorliegenden Amyloid-beta-Strukturen, also der gesunden und der kranken Formen gleichzeitig“, so FT-IR-Spektroskopie-Experte Klaus Gerwert, Leiter des Lehrstuhls für Biophysik an der Universität Bochum. Erst die Summe aller Sekundärstrukturen erlaube eine präzise Diagnostik.

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Tests, die das Amyloid-beta-Peptid analysieren, gibt es bereits mit den sogenannten Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assays (ELISA). Sie bestimmen die Gesamtkonzentration, Verhältnisse verschieden langer Formen oder auch die Konzentration einzelner Konformationen in Körperflüssigkeiten, bisher aber nicht die diagnostisch wichtige Verteilung aller Formen gleichzeitig. „Daher zeigen die bisherigen ELISA-Tests in der Praxis nur einen mäßigen Erfolg bei Anwendung auf Blutproben“, erläutert Gerwert.

Genauigheit der Bluttests bei 90 Prozent

Insgesamt 141 Patientenproben wurden mit dem neuen Verfahren bereits analysiert. Das Verfahren erreichte dabei nach Angaben der Universität Bochum eine diagnostische Genauigkeit von 84% in Blut und 90% in Nervenwasser im Vergleich zum klinischen Goldstandard. Im Test zeigt sich eine Zunahme fehlgefalteter Biomarker als spektrale Verschiebung der Amyloid-beta-Bande unterhalb eines Schwellwertes und diagnostiziert dadurch Alzheimer. „Das Besondere ist dabei, dass es sich hier um einen einzigen robusten markerfreien Test mit einem einzigen Grenzwert handelt“, betont Andreas Nabers, einer der an den Forschungen beteiligten Wissenschaftler. Da erste Studien darauf hindeuten, dass es auch in prädemenziellen Stadien von Alzheimer einen erhöhter Anteil fehlgefalteter Amyloid-beta-Peptide gibt, könnte der Test möglicherweise auch zur Früherkennung eingesetzt werden. In weiteren klinischen Studien soll das Testverfahren nun weiter verbessert werden.

© biotechnologie.de/bk
 

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