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Krebsimmuntherapie: CAR-T-Zellen maßschneidern

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Mit der CAR-T-Zell-Technologie werden speziell auf den Krebstyp angepasste Rezeptoren (mit rotem Bereich) in die Immunzellen eingeschleust. So erkennen die Zellen den Krebs und können ihn zerstören. Quelle: CARAT Consortium

24.03.2016  - 

Immuntherapie gegen Krebs auf dem Vormarsch: Forscher am Universitätsklinikum Freiburg feilen derzeit an hochgerüsteten Immunzellen, die Krebszellen im Blut gleichzeitig orten und zerstören können. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung eines neuartigen vom EU-Projekt „CARAT“ entwickelten Verfahrens - die CAR-T-Zelltechnologie. Für die neuartige zellbasierte Therapie werden die Freiburger Wissenschaftler effiziente und sichere Genscheren entwickeln und prüfen, ob die Methode auch bei soliden Tumoren einsetzbar ist. Bereits in vier Jahren soll das Verfahren bei Blutkrebs-Patienten zur Anwendung kommen. Erste Tests sind vielversprechend. Das Freiburger Projekt wird von der Europäischen Union mit 650.000 Euro unterstützt.

Das Projekt der Freiburger Forscher um Toni Cathomen ist Teil des Großvorhabens „CARAT“, das von der Europäischen Union mit insgesamt sechs Millionen Euro gefördert wird. Ziel des Konsortiums ist es, die vielversprechende aber aufwendige CAR-T-Technologie weiter zu entwickeln. Bei den neuartigen Verfahren handelt es sich um eine zellbasierte Krebstherapie. Dabei werden Immunzellen eines Patienten im Labor gentechnisch verändert und mit zellulären Antennen ausgerüstet, die krebstypische Merkmale in entarteten Zellen orten und zerstören können. CAR steht für „Chimeric Antigen Receptor“. Hierbei werden für jede Krebsart spezifische Rezeptoren hergestellt, die die Merkmale des jeweiligen Krebses erkennen.

Immunzellen mit Antennen ausrüsten

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Die Aufgabe der Freiburger Forscher ist es, nach der CRISPR-Cas Methode effiziente und sichere Genscheren für das Großprojekt zu entwickeln, mit denen der Bauplan der zellulären Antennen ins Erbgut der Immunzellen eingeschleust wird. Die T-Zellen produzieren dann Rezeptoren und platzieren diese auf der Zelloberfläche des Tumors. Die Immunzelle erkennt so also die Krebszelle und zerstört diese. „Unsere CAR-T-Zellen sollen nicht nur hochselektiv Krebszellen erkennen, sondern sich jederzeit bei Bedarf abschalten lassen“, erklärt Toni Cathomen, der Direktor des Instituts für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Freiburg.

Option für Behandlung solider Tumore

Darüber hinaus will das Freiburger Team auch nach Wegen suchen,  wie das neuartige Verfahren auch gegen solide Tumore wie Prostatakrebs genutzt werden kann. Hier standen die Forscher bislang vor dem Problem, dass das Tumorgewebe Faktoren produziert, welche die T-Zell-vermittelte Immunantwort hemmen. Das Team um Cathomen will diese Blockade nun durch gezielt genetische Veränderungen der CAR-T-Zellen überwinden. Studien dazu laufen bereits. Darüber hinaus will das Freiburger Team dafür sorgen, dass die CAR-T-Zellen bei Bedarf auch automatisch hergestellt werden können. „In Zukunft soll jedes Klinikum mit einem entsprechenden Reinraum die benötigten CAR-T-Zellen vor Ort selbst herstellen können“, sagt Cathomen.

Durchbruch bei Leukämie-Therapie

In vier Jahren bereits soll die neuartige Krebsimmuntherapie bei Blutkrebs-Patienten angewendet werden. Erste klinische Studien waren äußerst erfolgreich. Forscher der Universität in Pennsylvania berichten, dass 89 Prozent aller Erwachsenen und Kinder, die an einer sehr aggressiven Form der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) litten, nach der Anwendung mit CAR-T-Zellen geheilt waren. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FDA sieht darin bereits einen Durchbruch für Therapien von bisher behandlungsresistenten Leukämieformen.

© biotechnologie.de/bb
 

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