Neue Diagnostika und Therapeutika im Kampf gegen den schwarzen Hautkrebs
Projekt im BMBF-Arbeitsgruppenwettbewerb Glykobiotechnologie:
„Identifizierung und Manipulation Lektin-vermittelter Prozesse während der frühen metastatischen Verbreitung primärer Tumore“
Projektleiter: Dr. Andrea Kristina Horst am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Kurzbeschreibung:
Zellen, die vom schwarzen Hautkrebs betroffen sind, breiten sich im Laufe der Entwicklung der Krankheit im ganzen Körper aus. Dabei spielen Zuckerstrukturen eine entscheidende Rolle, weil sie die Kommunikation zwischen Krebszellen und dem sie umgebenden Gewebe gezielt beeinflussen. Auf diese Weise können sich die Krebszellen beispielsweise ausbreiten: Sie sind in der Lage, ihre Zuckerstrukturen so zu verändern, dass sie an den Gefäßzellen hängen bleiben und in Lymphknoten erste Metastasen bilden können. Welcher Mittel sich die Krebszellen bedienen, um ihre Zuckerstrukturen dahingehend zu programmieren, ist allerdings noch unklar.
Ein Team um Andrea Horst am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat sich nun zum Ziel gesetzt, diese zuckerbasierten Kommunikationsprozesse zwischen dem Tumor und seinen bevorzugten Metastasenstationen zu beschreiben und aufzuklären. Daraus sollen dann neue Möglichkeiten für Diagnostika und Therapeutika gewonnen werden, um diese Kommunikation zu stören und therapeutisch nutzen zu können. Dieses Projekt wird im Rahmen des Arbeitsgruppenwettbewerbs Glykobiotechnologie des BMBF finanziell unterstützt. Als Werkzeuge für ihre Analysen wollen die Wissenschafter besondere Antikörper herstellen, die sogenannten Nanobodies. Diese können an die Empfängereiweiße (Lektine) in den möglichen metastatischen Stationen binden und sind so klein, dass sie nicht durch die körpereigene Abwehr erkannt und damit zerstört werden können.
Mit Hilfe dieser Nanobodies wollen Andrea Horst und ihre Kollegen die Orte und Nischen der bevorzugten Metastasierung des schwarzen Hautkrebses in einem Mausmodell aufdecken. Da Tumorzellen viele verschiedene Zuckerstrukturen auf ihrer Oberfläche tragen, sollen möglichst gegen viele unterschiedliche Empfängereiweiße gerichtete Nanobodies zum Einsatz kommen. Diese sollen dann in präklinischen Studien auf ihre Fähigkeit hin untersucht werden, die Metastasierung des schwarzen Hautkrebses möglichst früh in bildgebenden Verfahren entdecken zu können oder zu verhindern.
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