Notiz: Dickmacher-Gene bei Kindern besonders deutlich
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- Der gesteigerte Appetit aufs Dessert ist auch genetisch bedingt. Besonders bei Kindern sind die Anzeichen im Erbgut noch besonders deutlich. Quelle: Dr. Oetker
03.02.2009 -
Dicke unterscheiden sich von Schlanken nicht nur im makroskopischen, sondern auch im mikroskopischen Bereich. Wer übergewichtig ist, verfügt nämlich oft auch über bestimmte Genvarianten im Erbgut. Sie alle aufzuspüren, daran arbeiten Forscher seit Jahren. Jetzt hat ein internationales Konsortium unter Leipziger Beteiligung drei noch unbekannte "Risikogene" für Übergewicht identifiziert - mit einem bisher einmaligen Abgleich von 500.000 Genvarianten. Dabei stellten sie auch fest, dass die genetischen Hinweise bei Kindern noch besonders deutlich sind, bevor sie vom Verhalten mehr und mehr überformt werden.
Dass Übergewicht ein sogenanntes polygenes Phänomen ist, also viele Gene und Genregionen beteiligt sind, ist schon länger bekannt (mehr...). Konsequenter denn je hat diese Einsicht jetzt ein internationales Konsortium unter Beteiligung der Universität Leipzig umgesetzt. "Zusammen mit Forschern vor allem aus Lille und London haben wir fast 500.000 Genvarianten des menschlichen Erbgutes betrachtet und untersucht, welche Gene sich bei den dicken Menschen gleichen und wo sie sich von Schlanken unterscheiden", sagt Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig. Bei dem Abgleich, über den die Wissenschaftler in Nature Genetics (2009, Vol. 41, S. 157 - 159) berichten, konnten drei neue Genregionen identifiziert werden, die offenbar mit Übergewicht zu tun haben: NPC1, MAF und PTER.
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Bei Kindern sind die Gene noch besonders einflussreich
Mit Hilfe eines Computers berechneten die Wissenschaftler zunächst, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich zwei Menschen der 15.000 Probanden in ihrem Erbgut gleichen. "Erwartet wird in der Regel ein Unterschied von ca. 0,2 Prozent", so Kiess. Nun stießen die Forscher bei ihren Untersuchungen aber bei einzelnen Genvarianten teilweise auf sehr viel größere Unterschiede, wenn sie die Gene von Dicken und Schlanken miteinander verglichen.
Dazu nutzten sie ein Analysegerät im französischen Lille, mit dem die menschliche Erbbotschaft als Muster dargestellt werden kann. Die aus den vorliegenden Proben hervorgegangenen Muster stellten sie schließlich nebeneinander und verglichen sie. Dabei waren und sind vor allem die Daten von Kindern, zu denen die Leipziger Forschergruppe wesentlich beigetragen hatte, für die Wissenschaftler hoch interessant. "Bei dicken Kindern schlägt die genetische Komponente stärker zu Buche als bei fettleibigen Erwachsenen, bei denen sich die Einflüsse in Richtung Essgewohnheiten und Alltagsverhalten verschieben", sagt Kiess. Die Ergebnisse der Untersuchungen und die daraus resultierenden stabilen Datensätze sind laut Kiess "Grundlage für eine Riesenwelle von Arbeit." Denn nachdem nun weitere Gene abgegrenzt wurden, die genauerer Betrachtung unterzogen werden müssen, kann nun die Forschung an der polygenen Erkrankung Übergewicht ins Detail gehen.
